Düsseldorf – Sein Schmuckgeschäft an der Düsseldorfer Königsallee, das er liebevoll „meine Gelddruckmaschine“ tauft, erstreckt sich über gerade einmal 15 Quadratmeter. Trotz seiner bescheidenen Größe hat es Klaus Gawron (69) zu einem beträchtlichen Vermögen verholfen. Der einstige Lkw-Fahrer ist heute Multimillionär und handelt mit Uhren sowie Schmuck. Die Redaktion von The Pik besuchte den Mann, der vielen nur als „Kö-Klaus“ bekannt ist.
Vor der Auslage, in der Luxusuhren von Rolex, Patek Philippe und Audemars Piguet präsentiert werden, wartet ein gutes Dutzend Menschen. Tausende dieser exklusiven Modelle fanden hier bereits den Besitzer. Klaus sitzt, wie nahezu jeden Tag, vor seinem Laden „Fine Art“ auf einem Plastikstuhl. Über 300.000 Menschen folgen „dem Papa“, wie er sich selbst nennt, auf Instagram. Sein Erfolgsgeheimnis bringt er auf einen Nenner: „Das Einzige, was ich kann, ist verkaufen.“

Kö-Klaus genießt heute den Luxus
Klaus Gawron pafft an einer Zigarre. Früher rauchte er Camel ohne Filter, aß Bockwurst statt Kobe-Rind beim Edel-Italiener (Portion 100 Euro). Heute investiert er 50.000 Euro in seinen Lebensstil. Pro Monat. Für sein Anwesen, maßgeschneiderte Lederjacken, Nobelkarossen und Reisen. „Zwölfmal im Jahr, zwischen drei und 14 Tagen. In Thailand haben wir alle Luxus-Hotels durch“, erzählt er über seine Urlaube.

Früher verdiente er 1600 DM
Sein Werdegang begann unspektakulär: Er wuchs als Sohn eines Elektrikers auf dem Land in Wesel (NRW) am Niederrhein auf. Die Hauptschule verließ er nach der neunten Klasse. Nach einer Lehre zum Kaufmann absolvierte er den Bundeswehrdienst und arbeitete anschließend als Lkw-Fahrer. „Da habe ich 1600 Mark netto rausgekriegt“, erinnert er sich.

Kö-Klaus wurde mit Uhren und Schmuck reich
Klaus Gawron strebte nach Höherem, heuerte bei der Bausparkasse an – und avancierte zum Spitzen-Berater. „Schnell verdiente ich 8000, 9000 Mark im Monat, gönnte mir Luxus-Trips nach Rio, den ersten Porsche, eine Cartier.“

Uhren und Schmuck ebneten den Weg zum Erfolg. Er eröffnete ein Pfandhaus, kaufte und veräußerte Ringe. Daraus entstanden rasch 20 Schmuckläden. „Dann habe ich gemerkt, dass ich ein geiler Verkäufer bin, aber ein mieser Organisator.“
Instagram machte ihn noch erfolgreicher
Heute betreibt er neben seinem Standort auf der Düsseldorfer Kö nur noch zwei weitere Geschäfte. „Erst gestern habe ich hier 50.000 Euro verdient“, sagt er, ohne dabei prahlerisch zu klingen. Seit 50 Jahren ist er nun in der Branche tätig. Mit 69 Jahren steht er noch wöchentlich 30 Stunden im Laden. „Das ist meine Bühne“, meint er. Während des Gesprächs mit den Reportern bleiben Passanten stehen und fotografieren ihn vor seinem Rolls-Royce Phantom (650.000 Euro). Einer seiner sechs Luxuswagen, mit denen er täglich von Mülheim (Ruhrgebiet) zur Arbeit pendelt. Noch vor fünf Jahren hat er davon geträumt. „Durch die sozialen Medien hat sich mein Umsatz verzehnfacht“, räumt er offen ein. Online präsentiert er täglich seine neuesten Fundstücke: Verlobungsringe von Tiffany, eine fast neue Hermès-Handtasche oder eine Patek, die „nur“ 115.000 statt 230.000 Euro kostet.

Kö-Klaus hat Kunden aus allen Schichten
Gibt es Neider? „Kaum“, sagt der dreifache Vater. „Ich bin ganz offen. Ich sage den Leuten: Ich kaufe mir von eurer Kohle eine neue Karre, dafür bekommt ihr die besten Preise.“ Gerade hat er einen Lamborghini Revuelto (rund 600.000 Euro) bestellt.

Wer sind seine Kunden? Alle! Vom Sammler, der seine millionenschwere Kollektion mit 50 Stücken über ihn veräußert, bis hin zur Rentnerin, die ihren Goldschmuck für 100 Euro verkaufen muss. Auf die Frage, was er sich noch wünscht, antwortet Klaus Gawron bescheiden: „Gesund alt werden und hier im Laden noch ein paar Jahre machen.“



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