Die 1:3-Niederlage im Nord-Derby bei Werder Bremen war schmerzhaft genug. Jetzt trifft den Hamburger SV ein weiterer harter Schlag: Miro Muheim (28), einer der verlässlichsten Akteure der Mannschaft, muss die Saison vorzeitig beenden. Der Linksverteidiger zog sich bei einem Foul von Leonardo Bittencourt (32) einen Riss des vorderen Syndesmosebandes im rechten Sprunggelenk zu. Damit steht der Schweizer bis zum Saisonfinale nicht mehr zur Verfügung.

Muheim war eine feste Größe im HSV-Aufgebot. In 27 seiner 28 Ligaeinsätze stand er in der Startformation, nur einmal fehlte er aufgrund einer Sperre. Seit 2021 spielt der Linksfuß für den Traditionsklub, bestritt vor dem Aufstieg 112 Partien in der 2. Liga, erzielte neun Tore und bereitete 27 weitere vor. Sein Ausfall belastet den Abstiegskampf der Polzin-Elf erheblich. Zudem ist seine Teilnahme an der anstehenden Weltmeisterschaft im Sommer nun stark gefährdet.

Noch am Samstagabend schien die Verletzung nicht allzu schwer zu sein. Doch bereits am Sonntagmorgen keimten beim HSV schlimme Ahnungen auf. Die anschließenden MRT-Untersuchungen im Atletikum bestätigten die Befürchtungen. Der Ausfall Muheims trifft die Hamburger in der kritischen Phase des Kampfes um den Klassenerhalt hart. Wie reagiert Trainer Merlin Polzin (35) für das Heimspiel am Samstag gegen Hoffenheim (18.30 Uhr, Sky)?

Eine Option wäre, den Rechtsverteidiger William Mikelbrencis (22) auf die linke Seite zu versetzen. Der Franzose half dort bereits gegen Bayern (2:2), Heidenheim (2:0) und Union Berlin (3:2) aus. Für Mikelbrencis könnte Bakery Jatta (27) die rechte Außenbahn übernehmen. Auch Giorgi Gocholeishvili (25) stünde als Spieler für beide Verteidigerpositionen bereit. Allerdings hat sich der Georgier in dieser Saison in seinen Einsätzen nicht nachhaltig empfohlen und gilt kaum als Kandidat für die Startelf.