Der Poker um Kölns Ausnahmetalent Saïd El Mala (19) spitzt sich zu. Der FC Brentford hat ein schriftliches Angebot vorgelegt, das den Bundesligisten zum Handeln zwingt. Die Engländer wollen den Deal noch vor Pfingsten perfekt machen und erhöhen den Druck auf die Kölner Verantwortlichen.

Für Sportchef Thomas Kessler (40) und Kaderplaner Tim Steidten (47) steht eine richtungsweisende Entscheidung an. Die geforderte Summe von 50 Millionen Euro inklusive Bonuszahlungen rückt in greifbare Nähe. Nach Informationen aus Vereinskreisen bietet der Tabellenneunte der Premier League eine Basisablöse von 40 Millionen Euro. Hinzu kommen fünf Millionen Euro an leicht realisierbaren Boni. Köln könnte somit mit insgesamt 45 Millionen Euro kalkulieren. Zudem soll eine Weiterverkaufsbeteiligung von 15 Prozent für die Rheinländer vereinbart sein. Kessler bestätigt: „Ein Angebot liegt vor.“

Sportchef Thomas Kessler (40) bereitet den größten Transfer der FC-Geschichte vor
Sportchef Thomas Kessler (40) bereitet den größten Transfer der FC-Geschichte vor

Bislang wagte sich kein anderer Klub so weit aus der Deckung. Brighton hatte eine Offerte über 35 Millionen Euro ins Auge gefasst, doch die Gespräche scheiterten. Köln sah keine Verhandlungsbasis. Das einzige schriftliche Angebot des langjährigen Interessenten lag im Januar bei rund 28 Millionen Euro – und wurde vom FC abgelehnt. Kesslers Geduld scheint sich nun auszuzahlen.

Brentford setzt auf Zeitdruck

Anders als Brighton, das monatelang zögerte, will Brentford keine Hängepartie. Das schriftliche Angebot ist mit einer Frist versehen. Kommt es innerhalb weniger Tage nicht zu einer Einigung, zieht sich der Londoner Klub zurück und sucht nach Alternativen. Köln wird versuchen, die Summe noch etwas nach oben zu treiben, doch der Durchbruch scheint nah.

Auch mit dem Spieler selbst muss schnell Klarheit herrschen. El Mala wird seit März von seiner Mutter Sabrina beraten, die eine Zusammenarbeit mit Agenturen ablehnt. Zahlreiche Angebote namhafter Vermittler hat sie zurückgewiesen. Brentford lockt den 19-Jährigen mit einem höheren Gehalt als Brighton – wo er im ersten Jahr auf rund vier Millionen Euro gekommen wäre.

Nun müssen der FC und sein Star entscheiden, ob sie den Wechsel vollziehen wollen. Dass El Mala nicht für den deutschen WM-Kader nominiert wurde, spielt Brentford in die Hände. Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) hatte ihn in der engeren Auswahl, setzte letztlich aber auf andere Optionen. Ohne die WM-Bühne kann der Tempodribbler seinen Marktwert nicht weiter steigern oder noch größere Klubs auf sich aufmerksam machen.

Für Köln steht die Wahl: auf ein noch besseres Angebot spekulieren und riskieren, diesen Sommer leer auszugehen – oder zuschlagen, die Millionen kassieren und in die Mannschaft investieren. Kessler hat finanziell keine Not, muss aber den Kader verstärken. Verkauft er El Mala, der 2025 für 350 000 Euro Ablöse von Drittligist Viktoria Köln kam, kann er die Einnahmen gezielt einsetzen. Der Vertrag des Stürmers läuft bis 2030 und enthält keine Ausstiegsklausel.