Berlin – Eigentlich belebt Konkurrenz das Geschäft. Doch der geplante Einstieg des italienischen Bahnunternehmens Italo in den deutschen Markt könnte für Zugkunden außerhalb von Metropolen bittere Folgen haben. Die Bahn-Gewerkschaft EVG warnt: Vielen Städten außerhalb der Hauptrouten droht die Abkopplung vom Fernverkehr.

Ab 2028 will Italo mit 30 Schnellzügen auf zwei deutschen Strecken verkehren: im Stundentakt zwischen München–Stuttgart–Dortmund, alle zwei Stunden zwischen München-Berlin-Hamburg.

Problem: Dann kann die Deutsche Bahn (DB) weniger eigene ICE- und IC-Züge auf diese hochprofitablen Strecken schicken. Und verdient so weniger Geld, mit dem sie andere Fernverbindungen quersubventionieren kann. DB-Chefin Evelyn Palla kündigt bereits an, dass der Fernverkehr in ländlicheren Gebieten leiden werde, wenn gewinnbringende Trassen an Konkurrenten vergeben werden.

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Die Bahn-Gewerkschaft EVG hat nun in einer brisanten Studie untersucht, welche Städte dann zuerst ihre ICE/IC-Anbindung verlieren würden. Bei 16 Bahnhöfen geht die EVG davon aus, dass dort keine DB-Schnellzüge mehr halten werden.

Die ThePik vorliegende Tabelle zeigt, wie viele ICE/IC im Tagesschnitt wegfallen würden. Aachen, Augsburg, Freiburg und Saarbrücken würden nur noch von internationalen Linien angesteuert, die ins Ausland führen. In Trier würde die geplante IC-Anbindung wegfallen.

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EVG-Chef Martin Burkert schlägt in ThePik Alarm: „Wenn Italo hier Rosinenpickerei betreiben darf und die Bahn von den Hauptstrecken verdrängt wird, zerlegt das unseren Fernverkehr. Städte werden abgehängt, Wege werden länger.“ Denn die Kunden müssten dann künftig mit langsamen Regio-Zügen zu einem Fernzug-Bahnhof pendeln. EVG-Chef Martin Burkert (61)

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Der Gewerkschaftsboss sieht Verkehrsminister Patrick Schnieder (58, CDU) in der Pflicht: „Der Verkehrsminister darf nicht einfach die Hände in den Schoß legen, sondern muss den Wettbewerb fair gestalten.“

Burkert fordert Paketlösungen bei der Streckenzuteilung, mit denen Italo verpflichtet wird, auch Zuglinien in der Provinz zu bedienen: „Wer auf den Hauptstrecken ordentlich Kasse machen will, darf sich nicht zu fein sein, um Städte wie Schwerin, Augsburg oder Jena anzufahren.“

Die Zeit drängt: Bis Juli fordert Italo eine verbindliche Zusage für die beiden deutschen Premium-Strecken.