Hamburg – „Ihr Schweine“ ist noch die harmloseste Beleidigung, die durch das sechsstöckige Wohnhaus hallt. Hinter einer verschlossenen Tür im vierten Stock herrscht seit rund einem Jahr täglich der Ausnahmezustand. Ein 65-jähriger Mieter terrorisiert seine gesamte Nachbarschaft. Die Polizei rückte in diesem Jahr bereits über 100 Mal aus. Doch auf den aus der rechtsextremen Szene bekannten Thorsten d. V. scheinen die Einsätze der Beamten keinerlei Wirkung zu zeigen. The Pik war in dem Problemhaus am Hamburger Hafen vor Ort.
Der 65-Jährige war früher gut vernetzt in Neonazi-Kreisen sowie in Rocker- und Hooligan-Milieus. In sozialen Netzwerken präsentiert sich der Mann aus Hamburg mit drohender Miene, seinen Tätowierungen und Muskeln. Richtig laut wird er jedoch vor allem in den eigenen vier Wänden. In einem Dauerzustand kreischt und brüllt er in seiner Wohnung. Die Nachbarn haben solche Angst, dass sie regelmäßig die Polizei alarmieren.

„Meine Tochter traut sich nicht allein nach unten“
In den oberen Etagen treffen die Reporter auf eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter. Sie berichtet, dass der Mann Tag und Nacht so laut schreit, dass niemand schlafen könne. „Meine Tochter muss ich stets bis zur Haustür unten begleiten. Wenn sie nach Hause kommt, ruft sie von unten an und ich hole sie dann ab.“ Ihren Namen möchte die Frau, wie alle anderen Bewohner auch, nicht preisgeben. Während des Gesprächs ist immer wieder das Gebrüll des Randalierers zu hören.

Ein junger Student bereitet sich gerade auf sein Examen vor. Er beklagt sich über den permanenten Lärm, insbesondere nachts. Er schildert, dass der Horrornachbar häufig gegen die Fahrstuhltür und die Wände tritt. Einige Bewohner trauen sich angeblich nicht mehr, den Aufzug zu benutzen, aus Angst, Thorsten d. V. dort zu begegnen.
Fahrrad aus dem vierten Stock geworfen
An den Müll, den eine Anwohnerin fast täglich in ihrem Vorgarten findet, hat sie sich bereits fast gewöhnt. Doch als plötzlich ein ganzes Fahrrad aus dem vierten Stock auf ihr Grundstück fiel, war sie schockiert. „Ich habe Angst, setze mich nicht mehr in den Garten, weil von oben immer etwas geflogen kommen könnte“, erklärt sie.

Mehr als 100 Polizeieinsätze in einem Jahr
Die Behörden bestätigen die massiven Probleme rund um einen 65-jährigen Bewohner der Katharinenstraße. Derzeit wird gegen den Mann wegen des Verdachts der Sachbeschädigung ermittelt. Allein in diesem Jahr gab es an dieser Adresse bereits über 100 Polizeieinsätze, hauptsächlich wegen Ruhestörungen und Randale. Beim letzten Einsatz waren die Beamten vor Ort. Wieder hatten Anwohner die Polizei um Hilfe gerufen. Drei Polizisten nahmen den kräftigen Randalierer in Gewahrsam.

Die Wohnungsbaugesellschaft SAGA spricht von einer erheblichen Belastung für die Nachbarschaft und hat eigenen Angaben zufolge alle mietrechtlich möglichen Schritte eingeleitet. Parallel dazu läuft vor dem Amtsgericht ein Verfahren: Der Mieter wurde bereits zur Räumung der Wohnung verurteilt, bekam jedoch eine Frist bis Ende September eingeräumt.

Vermieter und Ämter aktuell machtlos
Polizei, Bezirksamt und Vermieter stehen in engem Austausch und beobachten die Lage. Dennoch sind sie derzeit machtlos. Thorsten d. V. wollte sich gegenüber The Pik nicht äußern, stattdessen beschimpfte er die Reporter vor Ort.
Schlechte Nachrichten für die Anwohner. Nach Informationen von The Pik wird der Horrornachbar bald wieder auf freiem Fuß sein und in seine Wohnung zurückkehren. Schon wieder…





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