Berlin – Die Bundesregierung plant, künftig bereits Grundschulkinder beim Aufbau von Vermögen zu unterstützen. Für jedes förderberechtigte Kind sollen vom sechsten bis zum 18. Geburtstag monatlich zehn Euro in ein Depot für die Altersvorsorge eingezahlt werden. Das klingt zunächst nach einem geringen Betrag, kann dank des Zinseszinseffekts jedoch bis zum Renteneintritt auf rund 53.000 Euro anwachsen.
Wer ist berechtigt?
Anspruch haben Kinder des Geburtsjahrgangs 2020 und jünger, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Die Förderung setzt mit dem sechsten Geburtstag ein und endet mit dem 18. Lebensjahr. Sie startet rückwirkend zum 1. Januar 2026 für den Jahrgang 2020. Ab dem Jahr 2027 kommt jährlich der nächste Jahrgang der Sechsjährigen hinzu.
Was erhalten die Kinder?
Der Staat überweist monatlich zehn Euro (120 Euro jährlich, über zwölf Jahre hinweg insgesamt 1440 Euro). Diese Summe wird am Kapitalmarkt angelegt und ab dem 65. Lebensjahr ausgezahlt.

Sind die Eltern in der Pflicht?
Eltern, die selbst ein Altersvorsorgedepot für ihr Kind auswählen möchten, können dieses bei einem zertifizierten Anbieter eröffnen. Die staatliche Förderung wird dann automatisch über diesen Anbieter beantragt. Falls Eltern nichts unternehmen, wird das Geld über ein staatliches Sondervermögen von der Deutschen Bundesbank am Kapitalmarkt angelegt. Das so angesparte Startkapital kann bis zum 25. Geburtstag in einen eigenen Altersvorsorgevertrag übertragen werden.
Dürfen Eltern zusätzlich einzahlen?
Ja. Es ist möglich, bis zu 6840 Euro pro Jahr (570 Euro monatlich) zusätzlich einzuzahlen.
Wann steht das Geld zur Verfügung?
Das angesparte Vermögen darf grundsätzlich erst ab dem 65. Lebensjahr ausgezahlt werden.
Wie hoch ist der tatsächliche Nutzen?
Modellrechnungen des Bundesfinanzministeriums zufolge ergeben sich aus der staatlichen Förderung von insgesamt 1440 Euro bis zum 18. Geburtstag rund 2200 Euro. Bleibt das Geld bis zum 65. Lebensjahr investiert, wächst das Vermögen auf etwa 53.000 Euro. Zahlen die Eltern zusätzlich zehn Euro monatlich ein, entstehen daraus rund 107.000 Euro, bei 20 Euro etwa 160.000 Euro und bei 50 Euro sogar annähernd 320.000 Euro.
Wichtig zu wissen: Die Berechnungen basieren auf einer Modellannahme des Bundesfinanzministeriums mit einer jährlichen Wertentwicklung von sieben Prozent. Tatsächliche Renditen können sowohl höher als auch niedriger ausfallen. Inflation und eine mögliche Besteuerung im Rentenalter wurden nicht berücksichtigt.
Müssen Steuern gezahlt werden?
Während der Ansparphase bleiben die Erträge steuerfrei. Eine Besteuerung erfolgt erst bei der Auszahlung.
Wer geht leer aus?
Alle Kinder, die heute bereits älter sind. Wer vor 2020 geboren wurde, erhält nach dem aktuellen Gesetzentwurf keine staatliche Förderung.






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