München (Bayern) – Mit ihrer Teilnahme an der ProSieben-Dokumentation „Born Famous – Fluch oder Segen?“ gewährte Gloria-Sophie Burkandt (27) einen außergewöhnlich tiefen Einblick in ihr Seelenleben. Kaum eine andere Tochter einer bekannten Politgröße hat sich derart verletzlich präsentiert. Sie spricht offen über Mobbing, Magersucht, die schwierige Suche nach ihrer eigenen Identität und die Sehnsucht nach einem Vater, der aufgrund seiner politischen Ämter meist nur knappe Zeit für sie hatte. Vor der Kamera steht nicht allein die Tochter des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (59), sondern in erster Linie eine Frau, die sich schon als Kind nach Zuneigung gesehnt hat.

Gloria wuchs bei ihrer Mutter Ulrike Burkandt (58) in Nürnberg auf. Eine alleinerziehende Frau, die arbeitete, kämpfte und ihrer Tochter alle Möglichkeiten bot. In der Sendung spricht Gloria voller Dankbarkeit über sie. „Alleinerziehende Mütter haben meinen größten Respekt. Ich hatte eine außergewöhnlich starke Mama“, sagt sie lächelnd. Es ist einer jener Sätze, die beiläufig wirken und dennoch eine ganze Lebensgeschichte erzählen.

Gloria-Sophies Zieh-Großeltern als Stütze

Während Markus Söder als Politiker immer mehr Verantwortung übernahm, gab die Mutter ihrer Tochter Halt. Gleichzeitig traten zwei Menschen in Glorias Leben, die ihren Lebensweg entscheidend beeinflussten. Inge und Erich. Eigentlich sind sie Nachbarn. Für Gloria wurden sie zur Familie. Ihre leiblichen Großeltern, die Eltern ihrer Mutter, starben früh an Krebs. Als Gloria noch ein kleines Mädchen war, nahm Inge sie nach der Beerdigung ihres Opas einfach bei der Hand. Da ihre Mutter arbeitete, verbrachte Gloria Ferien, Wochenenden und später unzählige Nachmittage bei dem Ehepaar.

Gloria-Sophie pflegt ein inniges Verhältnis zu ihrer Zieh-Oma Inge. In der ProSieben-Doku „Born Famous“ spricht das Model ganz offen über ihre Familie

Bis heute reist Gloria, die abwechselnd in München, New York oder Los Angeles lebt, zu ihnen nach Franken. Sie übernachtet bei ihnen, sitzt mit ihnen am Küchentisch und isst Schnitzel. Von Inge lernte sie kochen. Von Erich Gelassenheit. Gemeinsam unternahmen sie Fahrradtouren und Spaziergänge, und das Ehepaar vermittelte Gloria Werte, die sie bis heute begleiten. „Ein Tag bei Inge und Erich ist erfüllt von Wärme und Liebe“, sagt Gloria in „Born Famous“.

Gloria-Sophie war als Kind Mobbing ausgesetzt

Ihre Kindheit war alles andere als unbeschwert. „Als Kind war ich dick, impulsiv, immer die Lauteste und die Größte. Ich wollte die Welt erobern.“ Irgendwann erkannte sie, dass genau diese Eigenschaften gegen sie verwendet wurden. Gloria wurde von ihren Mitschülern gemobbt, geschlagen, getreten und vor allen bloßgestellt. Was macht das mit einem Kind? Nach außen gab sie sich stark. Niemand sollte ihre tiefe Verletzung sehen. Jahre später sagt sie unter Tränen im Fernsehen: „Die seelischen Demütigungen, die ich erlebt habe, sind von außergewöhnlicher Härte.“

Gloria-Sophie (hier als junges Mädchen) wuchs bei ihrer Mama Ulrike Burkandt in Nürnberg auf und hatte eine schwierige Kindheit

Es sind Worte, die lange nachwirken. Denn sie erklären, warum aus dem lebensfrohen Mädchen irgendwann eine junge Frau wurde, die sich selbst nicht mehr im Spiegel ansehen konnte. Mit Anfang zwanzig stellte Gloria das Essen ein. Bei einer Körpergröße von 1,88 Metern wog sie schließlich nur noch 59 Kilogramm. Erst viel später gestand sie: „Der Tod war mir lieber, als mich weiterhin selbst abzulehnen.“ Heute spricht sie im Fernsehen ohne Bitterkeit über diese Phase, fast zärtlich. „Mein Vater, meine Mutter, Inge und Erich haben sehr darunter gelitten. Sie fragten sich, ob sie etwas anders hätten machen können. Aber wenn man magersüchtig ist, nimmt man die Gefühle der anderen gar nicht mehr wahr.“

Den Weg zurück fand Gloria durch die Liebe. Ein damaliger Freund begann, für sie zu kochen. Die Verliebtheit brachte den Appetit zurück. Auch Inge kämpfte weiter. „Kind, du musst mehr essen.“ Gloria lächelt darüber. „Egal, wie viel ich esse – Inge sagt immer: Jetzt muss noch etwas gegessen werden.“

Sie möchte Papa Markus Söder stolz machen

Gloria arbeitet international als Model. Sie verfasst ihre Doktorarbeit, und im Herbst erscheint ihr erstes Buch. Sie steht vor der Kamera. Eine Zeit lang entdeckte sie in der Schauspielerei etwas, das sie lange verloren glaubte: ihre Emotionen. In Schauspielkursen durfte sie weinen. Auch lachen. Und scheitern. Sie musste nichts mehr verbergen. Irgendwann sagte sie einen Satz, der weit bedeutungsvoller ist, als er zunächst klingt: „Mir gefällt, was ich im Spiegel sehe.“

Auch über ihren Vater spricht Gloria im Fernsehen bemerkenswert offen. Sie liebt Markus Söder und bewundert ihn. Und dennoch schwingt zwischen den Zeilen manchmal eine leise Sehnsucht mit. Am Premierenabend in Hamburg erzählt sie, dass sie oft erst durch andere erfährt, wie stolz ihr Vater auf sie ist. Einmal war es sogar der gemeinsame Physiotherapeut.

Essen gehen mit Papa Markus Söder: Gloria-Sophie schätzt die Zeit, die sie mit ihrem Vater verbringen kann

In ihrem Privatleben fällt auf, dass Gloria sich häufig zu älteren Männern hingezogen fühlt. Männer mit Lebenserfahrung, Ausstrahlung und Ruhe. Dass viele kleiner sind als sie, spielt kaum eine Rolle. Für Gloria zählen offenbar andere Werte. Charakter. Intelligenz. Tiefe. Dass jemand da ist, der sich um sie kümmert.

Anfang des Jahres sorgten ihre gemeinsamen Auftritte mit dem ehemaligen Google-Chef Eric Schmidt (71) weltweit für Schlagzeilen. Die beiden wurden zusammen in Davos, bei der Münchner Sicherheitskonferenz und später auch bei den Olympischen Winterspielen gesichtet. The Pik berichtete exklusiv über ihre Verbindung. Gloria betonte jedoch stets, dass sie ihr Privatleben schützen möchte. Wer sie kennt, weiß: Es geht ihr nie um Geld, Macht oder einen berühmten Namen. Im Mittelpunkt stehen für sie immer die Menschen.

Gloria-Sophie Burkandt ist heute ein erfolgreiches Model und schreibt an ihrer Doktorarbeit. Im Herbst erscheint zudem ihr erstes Buch

Trotz aller Brüche hat Gloria-Sophie Burkandt nie aufgehört, an das Schönste zu glauben, was zwei Menschen miteinander teilen können: die Liebe. Und die Gewissheit, dass es Menschen gibt, die bleiben und ihr ein Zuhause sind – oder es werden können.

Auf eine Anfrage wollte sich Markus Söder am Mittwoch nicht äußern.