Köln – Erschütterung in der Immobilienwelt: Die Pandion AG aus Köln hat beim Amtsgericht den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Damit gerät ein Projektentwickler ins Straucheln, dessen Name mit einigen der spektakulärsten Neubauprojekte der Republik verbunden ist.

Wie aus einer Unternehmensmitteilung hervorgeht, die The Pik vorab vorlag, strebt Pandion mit diesem Schritt an, den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten und die bereits angestoßene Neuausrichtung innerhalb eines strukturierten rechtlichen Rahmens zügig voranzutreiben.

Die finanziellen Turbulenzen des Baukonzerns ziehen Kreise: Neben der Muttergesellschaft sind fünf weitere Konzerntöchter von der Zahlungsunfähigkeit betroffen, auch für sie wurden entsprechende Anträge eingereicht.

Die Aushängeschilder des Konzerns

Zu den bekanntesten Referenzen von Pandion zählt das imposante „Pandion Vista“ im Kölner Rheinauhafen. Das Wohnensemble ist Teil der weltweit beachteten Kranhäuser direkt am Ufer und gilt als architektonisches Markenzeichen der Domstadt. Die drei rund 62 Meter hohen Gebäude haben sich längst zu einem unverwechselbaren Wahrzeichen Kölns entwickelt und zählen zugleich zu den exklusivsten und kostspieligsten Wohnadressen der Stadt.

Das Hauptquartier des Unternehmens ist im KölnTurm direkt am Mediapark-See
Quelle: dpa

Erst kürzlich, im laufenden Jahr, konnte Pandion das Büroareal „Officehome Pollux“ in Berlin-Friedrichshain seiner Bestimmung übergeben. Der zeitgemäße Komplex am Ostkreuz bietet auf zirka 28.700 Quadratmetern Raum für Büros und gehört zu den bedeutendsten jüngeren Büroentwicklungen der Hauptstadt. Darüber hinaus verweist das Unternehmen auf seinem Internetauftritt auf weitere Projekte wie „Officehome Zinc“ in Berlin, „Officehome Beat“ in München sowie „Officehome Rise“ in Düsseldorf. Zusätzliche Bauvorhaben in Köln, Stuttgart, Berlin und Düsseldorf befinden sich gegenwärtig noch in der Planungs- und Konzeptionsphase.

Eine Auswahl weiterer prominenter Immobilien, die Pandion in Deutschland realisiert hat:

Der Wohnkomplex „Isarbelle“ in München-Obersendling

  • - „Pandion Doxx“ im Zollhafen von Mainz

  • - „Pandion The Haus“ in Berlin-Charlottenburg

  • - „Pandion Wall 18“ in Berlin-Mitte

  • - „Siebengebirge“ im Rheinauhafen von Köln

  • - „Pandion Le Grand“ in Düsseldorf

Ein großes Volumen an Wohnungen in der Pipeline

Für die Branche kommt der Kollaps zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Über Jahre hinweg genoss Pandion den Ruf, zu den angesehensten Entwicklern Deutschlands zu gehören. Nun sieht sich das Unternehmen gezwungen, um seinen Fortbestand zu kämpfen. Aktuell ist der Konzern bundesweit an der Planung und Errichtung von rund 3800 Wohnungen sowie etwa 200.000 Quadratmetern Bürofläche beteiligt.

Das „Pandion Le Grand“ in Düsseldorf hat 18 Etagen und laut Unternehmensangaben 166 Wohneinheiten
Quelle: Pandion
An der Hofmannstraße in München-Obersendling steht der Wohnturm „Isarbelle“ mit 16 Geschossen und 68 Wohnungen
Quelle: Pandion

Der weitere Weg der angeschlagenen Gruppe

Über das weitere Schicksal entscheidet nun das zuständige Insolvenzgericht. Da Pandion den Weg der Eigenverwaltung gewählt hat, bleibt der Vorstand vorerst im Amt. Die Aufsicht über das Verfahren übernimmt ein Sachwalter. Die Lohn- und Gehaltszahlungen für die etwa 160 Beschäftigten sind den Angaben zufolge für die kommenden Monate August, September und Oktober durch eine Insolvenzgeldvorfinanzierung der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.

Gegenüber der Presse wollte sich das Unternehmen auf Nachfrage bislang nicht äußern.