Berlin – Bund und Länder haben zwischen Januar 2025 und Mai 2026 knapp 29.000 ausreisepflichtige Migranten abgeschoben. Über 230.000 weitere, die ebenfalls zur Ausreise verpflichtet sind, verbleiben im Land und beziehen Grundsicherung. Die Frage lautet: Woran liegt das? Und welches Bundesland agiert am effektivsten, welches am wenigsten?

Aktuelle Daten des Bundesinnenministeriums (BMI) für das Jahr 2025 sowie eigene Berechnungen legen nun offen, wer seine Aufgaben vernachlässigt – und wer zumindest Bemühungen zeigt. Überraschenderweise führt das Saarland die Rangliste an, gefolgt von Hessen und Bayern. Die Schlusslichter bilden Niedersachsen, Bremen und – mit deutlichem Abstand – Brandenburg.


So haben Bundesländer 2025 abgeschoben ( Ki Generiert )

Abschiebung.

Eine Person hält sich bereits länger in Deutschland auf. Trotz Ausreisepflicht kehrt sie nicht freiwillig zurück. Die zuständige Ausländerbehörde verfügt daraufhin die Abschiebung.

Zurückschiebung.

Die Person reist illegal in die Bundesrepublik ein. Die Bundespolizei entdeckt sie direkt an der Grenze oder kurz nach dem Grenzübertritt. Die Behörden weisen die Person umgehend zurück.

Die Fakten: Im Jahr 2025 kamen insgesamt 216.253 Menschen neu nach Deutschland. 111.814 Migranten stellten einen Asylantrag. Die Bundespolizei verzeichnete 62.526 illegale Einreisen. Deutlich niedriger liegt hingegen die Zahl der Rückführungen: 2025 wurden lediglich 21.438 Abschiebungen vollzogen.

Ursachen für gescheiterte Abschiebungen: In den meisten Fällen übergeben die Länder die ausreisepflichtigen Migranten gar nicht erst an die Bundespolizei. Dies geschah 2025 in 21.274 Fällen. Weitere 11.064 Rückführungen wurden von den Ländern vor der geplanten Abschiebung „storniert“.

Das große Abschiebe-Ranking: Das Ranking zeigt, welcher Anteil der Ende 2024 als ausreisepflichtig geltenden Migranten im Jahr 2025 tatsächlich abgeschoben wurde.

Saarland führt bei Abschiebungen pro Kopf

Das Saarland schneidet 2025 am besten ab. Zwar sind die absoluten Zahlen ausreisepflichtiger und abgeschobener Migranten dort gering, doch das Ranking bewertet ausschließlich die erreichte Quote (13,5 Prozent). Allerdings ist das Saarland als SPD-regiertes Land traditionell nicht für besondere Härte bei Abschiebungen bekannt. Ganz im Gegenteil.

Setzt auf einen harten Kurs bei der illegalen Migration: Hessens Innenminister Roman Poseck (56, CDU)

Anders sieht es in Hessen aus: Dort wurden 13,4 Prozent der Ende 2024 bereits ausreisepflichtigen Personen im Jahr 2025 tatsächlich abgeschoben. Unter Ministerpräsident Boris Rhein (54, CDU) und Innenminister Roman Poseck (56, CDU) verfolgt die schwarz-rote Koalition einen klaren harten Kurs. Der Koalitionsvertrag sieht konsequente Rückführungen vor. Poseck erklärt: „Hessen liegt bei Abschiebungen weit vorn. Das ist kein Zufall. Wir üben Druck aus und kümmern uns um jeden einzelnen Fall. Klar ist: Wer ausreisepflichtig ist, muss unser Land auch wieder verlassen.“

Ähnlich verhält es sich in Bayern (Quote: 13,3 Prozent). Die CSU unter Ministerpräsident Markus Söder (59) setzt auf eine harte Linie und unterstützt mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56) eine echte „Trendwende“ in der Migrationspolitik.

Die letzten Plätze des Rankings offenbaren die gesamte Misere der Abschiebepolitik. In Niedersachsen (Quote: 5,8 Prozent), Bremen (Quote: 2,5 Prozent) und Brandenburg (Quote: 2,1 Prozent) lebten Ende 2024 insgesamt mehr als 32.300 ausreisepflichtige Migranten. Ein Jahr später (Ende 2025) waren davon gerade einmal 1455 Personen abgeschoben worden – das entspricht nur 4,5 Prozent.

Brandenburg bildet das Schlusslicht

Am Beispiel Brandenburg: Mit lediglich 2,1 Prozent stellt das Land das Schlusslicht bei Abschiebungen dar. Regiert wurde Brandenburg im Jahr 2025 von einer Koalition aus SPD und BSW. Innenminister war René Wilke (42, parteilos, von der SPD nominiert). Die politische Strategie sah vor, dass freiwillige Ausreisen und Integration Vorrang haben, während Abschiebungen als letztes Mittel galten. Von den 7810 Migranten, die Ende 2024 ausreisepflichtig waren, wurden nur 166 tatsächlich abgeschoben (2,1 Prozent). Konkret bedeutet das: Während in Brandenburg nur jeder 47. Ausreisepflichtige abgeschoben wird, muss im Saarland, in Hessen und in Bayern nahezu jeder 7. Ausreisepflichtige das Land verlassen.

Politisch sorgte dies für Druck: CDU und AfD warfen der Regierung wiederholt vor, Abschiebungen nicht konsequent genug durchzusetzen. Nach dem Bruch der SPD/BSW-Koalition im Januar 2026 wird Brandenburg seit März 2026 von einer neuen Koalition aus CDU und SPD regiert.