Für Sebastian Kehl (46) endete am Montag seine Ära bei Borussia Dortmund. Ein letzter Besuch in der Geschäftsstelle diente dem Abholen persönlicher Gegenstände und dem Abschied von den Mitarbeitern. Ohne die Entscheidung von Sport-Geschäftsführer Lars Ricken (49) und Geschäftsführungssprecher Carsten Cramer (57) hätte Kehl aller Wahrscheinlichkeit nach selbst den Schritt in eine neue Zukunft gewagt. Die Gräben waren zu tief, das Misstrauen zu ausgeprägt. Doch wie kam es zu dieser Zuspitzung?
Innerhalb des Vereins wurde Kehl wiederholt eine Arbeitsweise attestiert, die nicht zum Borussia Dortmund passe. Hinter den Kulissen wurde moniert, er habe sich – auch in der Öffentlichkeit – zu häufig über die Gegebenheiten des Transfermarkts beklagt, über die durch Milliardensummen aus der Premier League getriebenen, stetig steigenden Spielerpreise. Anstatt, so der Vorwurf, mutige und kreative Lösungen im Sinne der Philosophie zu finden, die den BVB zur unangefochtenen Nummer zwei in Deutschland gemacht habe.
Doch zur gesamten Wahrheit gehört auch: Die Spieler, die Kehl zuletzt verpflichtete, entsprachen den Wünschen aller Verantwortlichen. Ein Beispiel ist Carney Chukwuemeka (22): Trainer Niko Kovac (54) wollte den Offensivspieler von Chelsea nach einer vorherigen Leihe im vergangenen Sommer unbedingt dauerhaft verpflichten. Kehl gelang es in den Verhandlungen, den Preis massiv zu drücken – von 30 auf etwa 20 Millionen Euro (plus Boni). Dass Chukwuemeka in dieser Saison kaum zum Einsatz kommt und nur bedingt überzeugt, wurde im Nachhinein jedoch oft Kehl angelastet.
Ringen um Anerkennung in der Führungsetage
Bei erfolgreich abgeschlossenen Geschäften entbrannte vor allem zwischen Ricken und Kehl ein Ringen um Anerkennung. Als Jamie Gittens (21) im vergangenen Sommer für rund 65 Millionen Euro zu Chelsea wechselte, hielten sich beide nicht zurück, um in der Branche ihren jeweiligen Anteil an dem Deal herauszustellen.
In den vergangenen Monaten breitete sich zunehmend eine Atmosphäre des Misstrauens aus. Berater zeigten sich verwundert, dass die beiden teilweise nichts voneinander über geführte Gespräche wussten – Energie, die in den Verhandlungen verloren ging. Kehl wurde zudem wiederholt für die Außendarstellung des Vereins verantwortlich gemacht und sah sich intern mit dem Vorwurf konfrontiert, Informationen nach außen getragen zu haben.
Vor allem Cramer bemühte sich monatelang darum, dass Ricken und Kehl an einem Strang ziehen und ihre Abstimmung enger wird. Als jedoch im vergangenen November Gerüchte über einen möglichen Wechsel Kehls zum VfL Wolfsburg aufkamen und dieser öffentlich erklärte, ein solches Gerücht spreche durchaus für ihn, gab es den nächsten Rückschlag. Ähnlich verhielt es sich mit den HSV-Gerüchten einige Wochen später. Die Geschäftsführung empfand es als unangemessen, dass ihr Sportdirektor mit dem mutmaßlichen Interesse anderer Klubs kokettierte.
Watzke war frühzeitig informiert
Die Geschäftsführung arbeitete daher bereits seit längerem an einem Plan B, sodass der Nachfolger nur einen Tag nach der Trennung präsentiert werden konnte. Ricken zog Präsident und Klub-Patron Hans-Joachim Watzke (66) bereits vor Wochen ins Vertrauen, um ihn über seine Überlegungen in Kenntnis zu setzen. Watzke signalisierte, dass es die Entscheidung der Geschäftsführung sei. Er griff jedoch auch nicht ein.
Was bleibt nun? Transfervorschläge für den Sommer, die Kehl in den vergangenen Monaten erarbeitet hat. Noch in der vergangenen Woche reiste der Ex-Sportdirektor nach England, um dort Gespräche mit Klubs der Premier League zu führen. Ob diese Ideen Bestand haben werden, ist jedoch offen. Denn die Geschäftsführung will gemeinsam mit Book einen neuen Weg beschreiten: eher ein Auge auf Talente aus der 2. Liga werfen, als (teure) Ersatzspieler aus England zu verpflichten. Voraussetzung soll dabei stets ein gefestigter Mannschaftskern sein.
Kehl setzte noch letzte Akzente
Zuletzt konnte Kehl jedoch noch Fakten schaffen, die dem BVB sehr zugutekommen: Die bis zum Sommer laufenden Verträge mit Julian Brandt (29), Salih Özcan (28) und Niklas Süle (30) werden nicht verlängert. Den Kontrakt mit Felix Nmecha (25), den Kehl 2023 aus Wolfsburg holte, konnte er noch bis 2030 verlängern – inklusive einer Ausstiegsklausel, die im Sommer 2027 sogar über 80 Millionen Euro liegt. Auch Nico Schlotterbeck (26) steht kurz vor der Vertragsunterzeichnung (BILD berichtete).
In Kehls Vertrag (bis 2027) war keine Feuer-Klausel verankert, sein Kontrakt läuft vorerst weiter. Geplant ist jedoch, diesen in den kommenden Wochen gegen eine Abfindung aufzulösen. Erste Klubs wie der HSV haben Kehl bereits auf ihrer Liste. Man wird sich wohl schon bald im Stadion wiedersehen.

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