Köln – In diesem Sommer beginnt eine neue Ära beim 1. FC Köln. Erstmals seit 2012 kann der Klub wieder seine Trikotnummer 10 vergeben. Damals, beim emotionalen Abschied von Lukas Podolski zum FC Arsenal, wurde die Nummer zu seinen Ehren eingefroren – bis zum Karriereende, das seit Ende Mai nun feststeht. Jetzt gibt Poldi die 10 auch offiziell endgültig frei!

Auf Nachfrage zum inzwischen eingelösten Nummer-10-Versprechen des Klubs sagt Podolski: „Die Zehn ist dafür da, um getragen zu werden beim FC. Die hatten andere Legenden, andere große Fußballer vor mir – und die hatte ich. Und jetzt hoffe ich, dass sie einem anderen hilft, wenn sie einer haben möchte.“

Poldi erinnert sich noch heute an die große Geste des Klubs. Ex-Präsident Werner Spinner (77) hatte 2012 die Idee. „Ich habe es ja damals vom alten Vorstand so präsentiert bekommen und habe mich darüber gefreut. Ich bin da nicht hingegangen und habe gesagt, ich haue vom FC ab und jetzt bitte die 10 einfrieren. Die Initiative kam vom Verein, vom alten Vorstand“, erzählt Podolski.

Abstieg 2012. Die Ex-Bosse Horstmann, Ritterbach und Spinner (v. li.) verabschiedeten Poldi damals nach London
Abstieg 2012. Die Ex-Bosse Horstmann, Ritterbach und Spinner (v. li.) verabschiedeten Poldi damals nach London

„Das war nicht so schön vom 1. FC Köln“

Der Streit, der nur zwei Jahre später um die Poldi-Nummer und das Spinner-Versprechen entbrannte, ist allerdings noch genauso präsent und ärgert Poldi bis heute. Spinner und Ex-Sportboss Jörg Schmadtke (62) brachen 2014 nämlich plötzlich das Versprechen. Köln gab Ex-Nationalspieler Patrick Helmes (42) die 10. Poldi erfuhr davon ausgerechnet bei der WM in Brasilien und gibt noch heute zu: „Wenn man am Ende hingeht und diese Versprechung dann bricht, als Verein und Vorstand, dann macht das auch schon etwas mit einem. Das war nicht so schön vom 1. FC Köln.“

Trotzdem lief seit 2012 kein FC-Profi mehr mit der Köln-10 in einem Pflichtspiel auf, weil Helmes seine Karriere aufgrund eines Knorpelschadens damals beenden musste. Der FC mottete die Poldi-Nummer schnell wieder ein und musste am Ende bis 2026 warten, bis Podolski seine Profi-Karriere bei seinem Heimat-Klub Gornik Zabrze beendete. „Dass es so lange geht, damit hat bestimmt keiner gerechnet. Da haben sie sich bestimmt irgendwie auch geärgert am Ende“, lacht Poldi.

Lukas Podolski (damals 26) im März 2012 in einem seiner letzen Köln-Spiele mit der legendären Nummer 10
Lukas Podolski (damals 26) im März 2012 in einem seiner letzen Köln-Spiele mit der legendären Nummer 10

Wer kriegt die Kölner 10?

Jetzt winkt die Kult-Nummer, die einst schon Weltmeister Wolfgang Overath (82) trug, erstmals wieder einem FC-Profi. Aus dem aktuellen Kader kommt allerdings kaum ein Spieler infrage, da die Offensiv-Stars wie El Mala, Kaminski oder auch Waldschmidt den Verein in den kommenden Wochen wahrscheinlich eher verlassen werden. Bis zu sieben Neuzugänge sollen allerdings noch kommen. Darunter ein Top-Stürmer und ein Spielmacher. Außerdem muss Köln Kaminski und El Mala ersetzen, falls sie am Ende wirklich in die Premier League wechseln. Im Poker um den ein oder anderen Top-Star hat Sportboss Thomas Kessler (40) mit der 10 und den Poldi-Wünschen für seinen „Nachfolger“ jetzt zumindest schon mal ein gutes Köln-Argument mehr in der Hand.