Nach jahrelangen Verhandlungen, die mehrfach kurz vor dem Abschluss standen, scheint der britische Schwergewichts-Showdown nun endlich Realität zu werden. Wie es heißt, haben Anthony Joshua und Tyson Fury ihre Verträge für den Kampf unterschrieben – Schauplatz soll der Madison Square Garden in New York sein.

Duell zwischen Joshua und Fury offenbar für den 20. November geplant

Eines der prestigeträchtigsten Duelle des britischen Boxsports steht offenbar unmittelbar vor der offiziellen Bekanntgabe. Anthony Joshua und Tyson Fury sollen sich am 20. November in der legendären Arena in New York gegenüberstehen. Wie die britische „Daily Mail“ berichtet, haben beide Schwergewichtler die Verträge inzwischen unterzeichnet.

Fury selbst heizte die Gerüchteküche am Dienstagmorgen über die sozialen Netzwerke weiter an. Der „Gypsy King“ kündigte bedeutende Neuigkeiten an, ohne Joshua dabei namentlich zu erwähnen.

„Sehr, sehr bald gibt es große Neuigkeiten. Ein großer Kampf steht bevor. Es ist der Kampf, auf den ihr alle gewartet habt. Er wird in Kürze bekannt gegeben, also bleibt dran!“, so Fury.

Laut dem Bericht wurden die letzten offenen Fragen bei einem Treffen zu Beginn der Woche geklärt. Insbesondere der Austragungsort soll bis zuletzt Verhandlungsgegenstand gewesen sein. Die offizielle Vorstellung des Kampfes wird nun vorbereitet und soll voraussichtlich Anfang kommender Woche an einem „ikonischen“ Ort in Großbritannien erfolgen.

London-Wunsch offenbar verworfen

Sowohl Joshua und dessen Promoter Eddie Hearn als auch Fury sollen ursprünglich einen Kampf auf heimischem Boden bevorzugt haben. Hearn hatte zuletzt sogar erklärt, dass in Joshuas Vertrag festgeschrieben sei, dass der Fight in Großbritannien stattfinden müsse.

Allerdings gibt es weiterhin widersprüchliche Aussagen. Hearn sagte gegenüber der „Daily Mail“, dass bislang keine vertragliche Änderung vereinbart worden sei.

„Wir stehen in ständigem Austausch mit Turki Alalshikh, aber bislang gibt es keine Vereinbarung über eine Änderung des Vertrags“, erklärte Hearn.

Nach Angaben von Personen aus dem Verhandlungsumfeld war Saudi-Arabiens Box-Macher Turki Alalshikh grundsätzlich bereit, den Mega-Fight in Großbritannien auszutragen. Voraussetzung sei jedoch gewesen, dass sich dies finanziell entsprechend darstellen lasse. Offenbar konnte diese Rechnung nicht überzeugend präsentiert werden. Daher sei die Entscheidung schließlich zugunsten von New York gefallen.

Damit kehrt Joshua an einen Ort zurück, mit dem er keine positiven Erinnerungen verbindet. Im Madison Square Garden erlitt der ehemalige zweifache Schwergewichts-Weltmeister im Juni 2019 gegen Andy Ruiz Jr. völlig überraschend seine erste Profiniederlage.

Kampf soll an einem Freitag stattfinden

Auch der geplante Wochentag ist ungewöhnlich. Joshua gegen Fury soll nach aktuellem Stand an einem Freitagabend ausgetragen werden. Damit wollen die Veranstalter offenbar Überschneidungen mit großen US-Sportereignissen vermeiden und gleichzeitig maximale Aufmerksamkeit auf dem amerikanischen Markt erzielen.

Noch unklar ist, zu welcher Uhrzeit das Main Event angesetzt wird. Aufgrund der Zeitverschiebung zwischen New York und Großbritannien könnte der Kampf für britische beziehungsweise europäische Fans erst tief in der Nacht oder am frühen Morgen stattfinden.


Die Vorbereitungen für die offizielle Ankündigung laufen derweil auf Hochtouren. Die beteiligten Parteien sollen in den kommenden Tagen zusammenkommen, um die Launch-Pressekonferenz zu organisieren. Diese soll noch vor Ende August stattfinden.

Furys Manager Spencer Brown hatte bereits vor einigen Wochen angekündigt, dass die Präsentation an einem berühmten britischen Wahrzeichen stattfinden werde. Die Fans könnten eine Ankündigung erwarten, „wie sie sie noch nie zuvor gesehen haben“.

Mehrfach stand Joshua vs. Fury kurz vor dem Abschluss

Kaum ein anderer Kampf wurde im britischen Boxsport über einen derart langen Zeitraum diskutiert. Joshua und Fury galten bereits zu Beginn der 2010er-Jahre als zwei der größten Schwergewichtshoffnungen des Landes.

Besonders konkret wurde es 2021. Damals wurde öffentlich bereits über einen Deal für gleich zwei Kämpfe gesprochen. Doch der vermeintlich sichere Showdown platzte, nachdem ein Schiedsgericht Fury dazu verpflichtete, zum dritten Mal gegen Deontay Wilder anzutreten.

Während Fury anschließend seine Trilogie gegen den US-Amerikaner abschloss, verlor Joshua zweimal gegen Oleksandr Usyk. Im September 2021 musste AJ seine WM-Titel nach Punkten an den Ukrainer abgeben. Auch im direkten Rückkampf 2022 konnte Joshua die Niederlage nicht korrigieren.

Noch im selben Jahr gab es einen weiteren Anlauf für Joshua gegen Fury. Beide Lager verhandelten über einen Kampf im Dezember 2022, doch auch diesmal kam keine endgültige Einigung zustande.

Erst durch den wachsenden Einfluss von Turki Alalshikh und die milliardenschweren Boxveranstaltungen im Umfeld der Riyadh Season bekam das Duell neuen Schwung.

Nun scheint die jahrelange Hängepartie tatsächlich beendet zu sein. Sollten sich die Berichte bestätigen, geht es nicht mehr darum, ob Anthony Joshua und Tyson Fury gegeneinander boxen.