Bandar Seri Begawan (Brunei) – Vor gut einem Jahrzehnt wechselte sie vom Angestelltenalltag in die Sphären einer der einflussreichsten Dynastien Südostasiens. Die ehemalige Datenanalystin Pengiran Raabi'atul Adawiyyah (33) gab einem Prinzen das Jawort und rückte damit in das Herrscherhaus von Brunei auf, einem erdölreichen Sultanat auf Borneo mit ungefähr 460.000 Einwohnern. Die Hochzeitszeremonien mit Prinz Abdul Malik (43) erstreckten sich damals über volle zehn Tage. Nun allerdings hat ihr Leben eine unerwartete Kehrtwende erfahren.
Staatschef Sultan Hassanal Bolkiah (80), der seit Jahrzehnten die Geschicke Bruneis lenkt, hat seiner Schwiegertochter umgehend sämtliche Titel und Auszeichnungen entzogen. Die Ehefrau von Prinz Abdul Malik büßt dadurch ihren Rang als Prinzessin des Sultanats ein. Bemerkenswert: Obwohl die Anschuldigungen erhebliches Gewicht haben, schweigt sich der Hof über die konkreten Hintergründe aus.

Monarch moniert Missachtung
Die Entscheidung wurde per Erlass im staatlichen Fernsehen bekannt gegeben. Wie lokale Medien berichten, heißt es darin, die vormalige Prinzessin habe mit ihrem Auftreten das Ansehen der Krone in Mitleidenschaft gezogen. Zudem sei ein „Mangel an Ehrerbietung“ gegenüber dem Sultan, seiner Gemahlin sowie dem gesamten Königshaus konstatiert worden. Welche Handlungen im Einzelnen zu diesem harten Vorgehen geführt haben, lässt der Hof jedoch weiterhin offen.

Vom Traum vom Palast zur Entmachtung
Als Pengiran Raabi'atul Adawiyyah 2015 Prinz Abdul Malik ehelichte, fand sie sich unvermittelt in den Reihen der Herrscherfamilie wieder. Ihr Gatte rangiert an vierter Stelle der Thronfolge. Durch die Vermählung wurde ihr der Titel „Yang Amat Mulia Pengiran Anak Isteri“ zuteil, der sie offiziell in den Prinzessinnenstand erhob. Genau diesen Rang verliert sie nun wieder. Sämtliche royalen Würden wurden ihr mit sofortiger Wirkung aberkannt.

Prekärer Zeitpunkt
Eigentlich steht in Brunei derzeit nur ein Ereignis im Mittelpunkt: der 80. Geburtstag von Sultan Hassanal Bolkiah. Die Festlichkeiten zu Ehren des Monarchen erstrecken sich traditionsgemäß über mehrere Wochen und werden im gesamten Sultanat gefeiert. Nun jedoch gilt die Aufmerksamkeit einer anderen Person. Warum wurde Pengiran Raabi'atul Adawiyyah nach elf Jahren plötzlich ihr Prinzessinnenstatus entzogen? Der Palast spricht von schweren Verfehlungen, lässt die zentrale Frage aber unbeantwortet.





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