KI-Assistenten halluzinieren APIs, übersehen Zusammenhänge und verschwenden teure Tokens – weil sie stets nur einen Ausschnitt des Projekts sehen. Ein neues Open-Source-Tool namens Cartomap verspricht Abhilfe: Es generiert eine stets aktuelle, git-versionierte Karte deiner Codebase. ThePik hat sich das Tool genauer angesehen.

Die Herausforderung: KI-Assistenten tasten im Dunkeln

Entwickler, die mit KI-Tools wie Claude Code, Cursor oder GitHub Copilot arbeiten, kennen das Dilemma: Die KI hat nur Einsicht in die aktuell geöffneten Dateien und muss den Rest des Projekts erraten. Das führt zu fehlerhaften API-Aufrufen, übersehenen Abhängigkeiten und hohem Token-Verbrauch. Bei umfangreichen Codebasen mit Hunderten oder Tausenden von Dateien wird dies schnell zum Kostenfaktor. Cartomap will das ändern – mit einer simplen Idee: Eine automatisch generierte Karte, die Routen, Datenmodelle, Hubs und Abhängigkeiten des Projekts übersichtlich darstellt. Und das Beste: Die Karte aktualisiert sich bei jedem Git-Commit von selbst.

So funktioniert es

Cartomap ist ein CLI-Tool, das global via npm installiert werden kann: npm i -g cartomap. Nach der Installation erkennt das Tool automatisch den Tech-Stack – ob Next.js, NestJS, Express oder Python – und erstellt eine erste Karte. Das Ergebnis landet im Ordner .cartomap/ und enthält:

  • ARCHITECTURE.md – eine menschenlesbare Übersicht

  • graph.json – ein maschinenlesbarer Graph für Tooling

  • memory/ – Projektentscheidungen und Wissen

Der Clou: Ein Pre-Commit-Hook sorgt dafür, dass die Karte bei jedem Commit neu vermessen und automatisch gestaged wird. Sie veraltet also nie – und blockiert den Commit dennoch nicht.

Impact-Analyse: Was passiert, wenn ich das anfasse?

Besonders praktisch ist die affected-Funktion: Entwickler können vor einer Änderung prüfen, welche Dateien direkt und indirekt von einer bestimmten Datei abhängen. Das Tool zeigt sowohl direkte Importeure als auch transitive Abhängigkeiten an – eine realistische Untergrenze, da nur statische Imports berücksichtigt werden.

Claude-Code-Plugin inklusive

Für Nutzer von Anthropics Claude Code bringt Cartomap ein eigenes Plugin mit. Zwei Slash-Befehle (/cartomap:init und /cartomap:update) sowie ein Skill sorgen dafür, dass die KI jede Session mit dem Lesen der Karte beginnt – statt im Dunkeln zu tappen.

Kostenlos, Open Source, offline nutzbar

Cartomap steht unter MIT-Lizenz, hat null Laufzeit-Abhängigkeiten und funktioniert komplett offline. Das Tool unterstützt TypeScript/JavaScript mit voller Compiler-Analyse sowie Python, Go, Rust, PHP, Ruby, Java, C/C++ und C# mit struktureller Vermessung. Weitere Informationen: cartomap.thepik.de