Aschersleben/Antalya – Weizen wiegt sich in sachten Wellen auf endlosen Feldern, die Ernte steht bevor. Doch der Mann, der die Saat ausbrachte, lebt nicht mehr. Die Leiche des Großbauern Arthur S. (46), der 3200 Hektar Land in Sachsen-Anhalt bewirtschaftete, wurde in Antalya entdeckt. Die Umstände seines Todes geben Rätsel auf. Während die türkische Mordkommission ermittelt, durchsuchen deutsche Polizisten das Anwesen des Landwirts in Sachsen-Anhalt – und stoßen auf einen gefährlichen Fund.
Mordkommission in Antalya nimmt Ermittlungen auf
6. Juli, 15:30 Uhr: Die Schreie von Elena L. (40), die angeblich die letzte Liebe von Arthur S. war, hallen durch die engen Gassen der malerischen Altstadt Antalyas. Wie türkische Medien übereinstimmend berichten, war die Frau gerade aus Russland zurückgekehrt, als sie die Leiche im Obergeschoss der kürzlich erworbenen Traumimmobilie zwischen Hadrianstor und Hafen fand. Nachbarn alarmierten sofort Rettungsdienst und Polizei. Ärzte und Ermittler stellten Unstimmigkeiten fest und schalteten die Mordkommission ein. „Die Untersuchungen dauern an“, teilte die Polizei Tage später mit. Das Ergebnis der angeordneten Obduktion steht noch aus.

Polizei sichert Maschinenpistolen auf dem Hof
Parallel dazu wurde auch in Deutschland die Polizei tätig. Am 9. Juli rückte ein Großaufgebot auf dem Hof des sogenannten Kornkönigs an. Das Klostergut Winningen in der fruchtbaren Magdeburger Börde wurde gründlich durchsucht. Sogar zwei nahe gelegene Scheunen nahmen die Beamten unter die Lupe – und machten einen Fund, mit dem im Dorf niemand gerechnet hatte: „Im Zuge des Einsatzes wurden ein umfangreicher Waffenbestand und Munition aufgefunden und sichergestellt“, erklärte Polizeisprecher Marco Kopitz. Nach Informationen der Redaktion handelte es sich um ein umfangreiches militärisches Arsenal. Unter anderem sollen Maschinenpistolen vom Hof getragen worden sein. „Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Waffengesetz sowie das Kriegswaffenkontrollgesetz wurden eingeleitet“, bestätigte die Polizei.

Sorge der Familie um das Erbe?
Was nebenbei bekannt wird, wirft weitere Fragen auf: Die Polizei des Salzlandkreises versichert, nicht direkt aufgrund der Mordermittlungen aktiv geworden zu sein. Es habe sich vielmehr um einen „Einsatz zum Schutz privater Rechte der Angehörigen des verstorbenen Grundstückseigentümers“ gehandelt. Denn offenbar fürchtet die Familie um ihr Erbe. Arthur S. war bis vor Kurzem verheiratet und hatte zwei Kinder. Doch allein zeichnungsberechtigt für den Agrar-Betrieb ist die neue Lebensgefährtin des Verstorbenen, die Russin Elena L. Seit 2024 besitzt die Frau, der im Dorf eine bewegte Vergangenheit in Berlin nachgesagt wird, die Vollmacht für die Unternehmen des Kornkönigs. Nach Informationen des Wirtschafts-Rechercheportals North Data war bis 2025 auch Philipp S., der Sohn aus der früheren Ehe des Großbauern, mit diesen Rechten ausgestattet. Doch die Vollmacht wurde ihm entzogen. Der Grund dafür ist unklar.

Milliardenunternehmen im Hintergrund
„Arthur hatte alles. Nun ist alles nichts“, sagt ein Dorfbewohner, der den Verstorbenen kannte, seit dieser 2004 aus Baden-Württemberg in die 770-Seelen-Gemeinde in Sachsen-Anhalt gezogen war. Woher damals das Geld für Gut und Felder stammte, ist in der Börde kein Geheimnis: Arthur S. soll das Startkapital von seinem Großvater Arthur erhalten haben, nach dem er auch benannt wurde. Dieser betrieb Maschinenfabriken und Gießereien. Die Firmengruppe aus Süddeutschland beschäftigt heute weltweit fast 5000 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro.






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