Berlin – Düstere Aussichten für die Koalition: Die Bevölkerung traut der Regierung unter Friedrich Merz kaum noch etwas zu. Einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts INSA zufolge rechnet lediglich ein Viertel der Befragten damit, dass die Bundesregierung noch im laufenden Jahr wesentliche Reformen auf den Weg bringt. 65 Prozent hegen hingegen Zweifel daran. Ausgerechnet für 2026 haben sich CDU und SPD ambitionierte Vorhaben bei Rente, Steuern und Pflege vorgenommen.

Nur ein Viertel traut der Bundesregierung große Reformen zu

Der Handlungsdruck ist dabei enorm, wie die Umfrage offenbart: Die größten Baustellen sehen die Bürgerinnen und Bürger mit 64 Prozent bei der Rente, gefolgt von der Wirtschaft (63 Prozent) und dem Gesundheitswesen (62 Prozent). Aber auch die innere Sicherheit (54 Prozent) und die Migrationspolitik (53 Prozent) werden von vielen als drängende Probleme eingestuft. Die Befragung wurde am 30. und 31. Juli durchgeführt – just in dem Moment, als die Lage an der spanischen Exklave Ceuta erneut eskalierte.

Das sind die wichtigsten Reformthemen

Die Skepsis der Bevölkerung geht jedoch noch weiter, wie die INSA-Daten ebenfalls belegen: Eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent zweifelt daran, dass die schwarz-rote Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2029 durchhält. Nur 29 Prozent glauben an ein Fortbestehen des Bündnisses bis dahin, während sich 14 Prozent der Stimmen enthalten. Das Ergebnis ist ein klares Misstrauensvotum – die Mehrheit der Deutschen kalkuliert offenbar mit einem vorzeitigen Scheitern der Regierung.


Mehrheit glaubt an vorzeitiges Regierungsende

Dabei hat Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) erst kürzlich einen Umbau im Kabinett vorgenommen: Gesundheitsministerin Nina Warken (47, CDU) wechselt ins Kanzleramt, während Kanzleramtsminister Thorsten Frei (52, CDU) nun die Unionsfraktion führt. Carsten Linnemann (48, CDU) übernimmt das Gesundheitsressort, und im Verkehrsministerium löst Steffen Bilger (47, CDU) seinen Vorgänger Patrick Schnieder (58, CDU) ab.