Oakland – Steht Mark Zuckerberg (42) nun vor seiner bislang größten Bewährungsprobe? In Kalifornien hat der milliardenschwere Prozess gegen Meta offiziell begonnen. Die klagenden US-Bundesstaaten werfen dem Digitalimperium (u. a. Facebook, Instagram) vor, bei Minderjährigen Abhängigkeiten ausgelöst und psychische Erkrankungen verursacht zu haben. In ihrer Eröffnungsrede warf Kaliforniens stellvertretende Generalstaatsanwältin Megan O'Neill dem Konzern am Dienstag Vorsatz vor: Meta habe gezielt die Anfälligkeit der noch nicht ausgereiften Gehirne von Kindern „ausgenutzt“.
Für den Konzern aus dem Silicon Valley ist es nicht der erste juristische Schlagabtausch in den USA, doch die Tragweite könnte enorm sein: Mehrere Bundesstaaten fordern eine Einschränkung von Metas Plattform-Funktionen, zusätzlich droht eine Rekordstrafe von bis zu 200 Milliarden Dollar (rund 173 Milliarden Euro). Die Begründung der Generalstaatsanwälte: Jedes einzelne betroffene Kind habe einen Anspruch auf Schadensersatz.

Welche Rolle spielte Zuckerberg selbst?
Zum Auftakt des Verfahrens attackierte O'Neill Metas Geschäftsmodell scharf. Es lasse sich auf vier zentrale Elemente herunterbrechen: „Nutzer an sich binden, sie so lange wie möglich halten, ihre Daten abschöpfen und dann die Wahrheit vor der Öffentlichkeit verbergen.“ Konkret hätten Features wie das unendliche Scrollen, permanente Push-Benachrichtigungen und die Anzeige von „Gefällt mir“-Zählern eine psychische Abhängigkeit geschaffen. Bereits im September soll Zuckerberg dazu persönlich aussagen. Der Konzern hingegen versichert, ein einzelner Dienst könne die psychische Verfassung von Kindern nicht maßgeblich beeinflussen.
Vergleich mit Tabak-Prozessen
Ob der Firmengründer am Ende persönlich zur Verantwortung gezogen werden kann, bleibt vorerst offen. Eine E-Mail aus dem Jahr 2015, die in der Anklageschrift erwähnt wird, könnte ihm jedoch zum Verhängnis werden. Darin soll Zuckerberg verlangt haben, die Verweildauer der Nutzer in den sozialen Netzwerken zu erhöhen. Genau das verneinte er allerdings 2021 in einer Anhörung vor dem US-Kongress. Für das Gericht dürfte entscheidend sein, ob Meta von möglichen Gesundheitsrisiken wusste und diese bewusst verschwieg. Beobachter zogen im Vorfeld bereits Parallelen zu den spektakulären Verfahren gegen die Tabakindustrie in den 1990er-Jahren – trotz gegenteiliger interner Studien hatten die Hersteller damals öffentlich bestritten, dass Rauchen gesundheitsschädlich sei.


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