Menlo Park (USA) – Schock für die Belegschaft des Technologiekonzerns Meta (u. a. Instagram, WhatsApp): Rund jeder zehnte Angestellte muss gehen. Dies geht aus einer internen Mitteilung von Personalchefin Janelle Gale hervor. Neben 8000 geplanten Kündigungen werden zudem 6000 vakante Positionen gestrichen. Ausgerechnet der umfassende Einsatz von Künstlicher Intelligenz – ein erklärtes Unternehmensziel – gilt als einer der Hauptgründe für die Entlassungen.

Frisst die Digitalisierung nun ihre eigenen Wegbereiter? Kaum ein Internet-Unternehmen hat den technologischen Wandel der letzten Jahre so entschlossen vorangetrieben wie Meta. Konzernchef Mark Zuckerberg setzt voll auf das Metaverse (eine virtuelle 3D-Welt) und hat KI in sämtliche Arbeitsabläufe integriert. Die Investitionen sind immens: Allein in diesem Jahr plant der Konzern 135 Milliarden US-Dollar (rund 115 Milliarden Euro) auszugeben – das entspricht mehr als einem Fünftel des deutschen Bundeshaushalts.

Auch Microsoft reduziert Personal

Doch je leistungsfähiger die KI-Systeme werden, desto weniger menschliche Arbeitskraft wird benötigt. Meta-Chef Zuckerberg hatte bereits im Januar mögliche Entlassungen durch KI angedeutet: „Projekte, für die früher große Teams nötig waren, werden heute von einer einzigen sehr talentierten Person erledigt“, erklärte er. Die nun bekannt gewordene Kündigungswelle begründet das Unternehmen damit, Meta „effizienter zu führen und Investitionen auszugleichen.“

Ende Dezember 2025 beschäftigte Meta eigenen Angaben zufolge weltweit 78.865 Menschen. Auf eine strenge Hierarchie will der Konzern dabei künftig verzichten. Kleine, auf KI spezialisierte Teams sollen für mehr Erfolg sorgen. Die Belegschaft ist Hiobsbotschaften bereits gewohnt. Schon Ende 2022 hatte der Konzern 11.000 Stellen gestrichen. Im März 2023 folgten weitere 10.000 Jobs.


Anschließend stellte Zuckerberg jedoch wieder Personal ein: Zwischen Ende 2023 und Ende 2025 kamen mehr als 11.000 Beschäftigte hinzu. KI könnte die Arbeitsplätze bei den Technologiegiganten nun jedoch grundlegend verändern. Dazu passt, dass zuletzt auch Microsoft – für die USA mit lockerem Kündigungsschutz ungewöhnlich – erstmals ein Abfindungsprogramm auflegte. Damit sollen rund 9000 Menschen der Abschied schmackhaft gemacht werden.