Heidelberg – Was für Adriana Dobihal (28) der Beginn eines neuen Lebensabschnitts sein sollte, ist zum Albtraum geworden. Die gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte erwarb vor zwei Jahren einen stillgelegten Steinbruch am Neckar für 500.000 Euro, um dort eine Hundepension samt Onlineshop zu betreiben. Heute ist das Gelände versperrt, und die 28-Jährige hat kein Dach mehr über dem Kopf.
Der Grund: Ein massiver Riss durchzieht die Felswand hinter dem 360 Quadratmeter großen Gebäude (Baujahr 1978). Ein zwölf Meter hoher Gesteinsbrocken droht herabzustürzen.
Ein Riss im Sandstein taucht plötzlich auf
„Als ich im November 2024 einzog, war ich überglücklich“, erinnert sich Adriana Dobihal. Ein Jahr später der Schock: Im November 2025 entdeckte die junge Frau beim Laubkehren, dass sich im Sandsteinfelsen hinter ihrem Anwesen in Hirschhorn (Hessen) ein gewaltiger Spalt gebildet hatte.

Daraufhin informierte die 28-Jährige die zuständigen Behörden. „Ich hatte Sorge, dass herabstürzende Felsbrocken mich oder auch Kinder des benachbarten Karnevalsvereins verletzen könnten“, schildert sie.
„Mir droht der finanzielle Zusammenbruch“
Die Stadtverwaltung erließ ein Betretungs- und Nutzungsverbot für das gesamte Areal. „Wenn ich auch nur einen Fuß auf mein Grundstück setze, muss ich mit einem Zwangsgeld von 5000 Euro rechnen“, berichtet Dobihal. Die Konsequenzen sind verheerend. „Ich musste von heute auf morgen alles stehen und liegen lassen und wohne nun bei Freunden oder Verwandten.“

Nun kämpft sie darum, nicht alles zu verlieren. „Ich fühle mich von den Behörden im Stich gelassen und stehe vor dem finanziellen Ruin.“ Denn ob und wann sie jemals in ihr Haus zurückkehren darf, ist selbst sieben Monate nach der Sperrung völlig offen.
Bürgermeister verweist auf laufende Untersuchungen
Hirschhorns Bürgermeister Martin Hölz (47, parteilos) erklärt, dass bereits erste Sicherungsmaßnahmen an dem kritischen Felsblock durchgeführt worden seien. Nun müssten die Ergebnisse des Standsicherheitsgutachtens geprüft werden. Er verspricht: „Sobald diese vorliegen, werde ich mich unverzüglich an die Bauaufsichtsbehörde des Kreises Bergstraße wenden, die die Nutzungsuntersagung verfügt hat.“

Für Adriana Dobihal wird die Zeit immer knapper. „Ich habe Angst, dass meine Immobilie bald zwangsversteigert wird, weil ich meine Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen kann. Dann bleibe ich auf einem riesigen Schuldenberg sitzen.“






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