Köln – Paul H., ein Akademikersohn, lebte bis vor kurzem noch ein unauffälliges Dasein. Er schloss eine Ausbildung zum Chemielaboranten ab und war sportlich aktiv. Eine exzessive Alkoholsucht führte ihn jedoch ins Krankenhaus. In der Nacht zum 8. November 2025 soll es dort zu einem Vorfall gekommen sein, der für einen 75-jährigen Mann tödlich endete.
Seit Donnerstag steht der 32-Jährige vor dem Landgericht Köln wegen Mordes vor Gericht. Die Anklage wirft ihm vor, einen Rentner getötet zu haben. Eine Unterbringung in der Psychiatrie wird erwogen. Das Urteil wird für den 18. Mai erwartet.
Schlauch vom Beatmungsgerät entfernt
Der Angeklagte war wegen Alkoholentzugs seit Tagen Patient auf der Intensivstation des Heilig-Geist-Krankenhauses in Köln-Longerich. Sein Zimmer teilte er mit einem 75-jährigen, krebskranken Mann, der beatmet wurde. Laut Anklage soll Paul H. nachts aufgestanden sein und dem Zimmernachbarn den Beatmungsschlauch aus dem Mund gezogen haben. Trotz sofortiger Reanimationsversuche des Personals verstarb der Patient an Sauerstoffmangel.
Festnahme noch in der Klinik
Nach der Tat habe er das Zimmer verlassen, sei aber noch auf der Station vom Personal gestellt worden, so die Anklage. Polizeibeamte brachten ihn anschließend in eine psychiatrische Klinik. Zum Tatzeitpunkt soll H. unter einem Alkoholdelirium gelitten haben. Er befindet sich bis heute in psychiatrischer Behandlung. Ein Tatmotiv ist nicht bekannt.
„Es handelt sich um eine äußerst tragische Geschichte, natürlich für das Opfer, aber auch für meinen Mandanten“, erklärt sein Verteidiger Markus Haupt: „Das Ziel ist es nun, für ihn einen Weg zu finden, seine Alkoholabhängigkeit zu überwinden.“

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