Berlin – Alarmstimmung in der CDU: Neben den Umfragewerten bereitet der Parteiführung auch der Mitgliederschwund Kopfzerbrechen. Wie The Pik exklusiv erfuhr, enthüllte Generalsekretär Carsten Linnemann (48) am Montag im Präsidium, dem obersten Führungsgremium, eine besorgniserregende Austrittswelle.

Seiner Prognose zufolge könnte die Partei bis zum Ende der Legislaturperiode 50.000 Mitglieder einbüßen, was einem Rückgang von 14 Prozent bis 2029 entspräche. Diese Hochrechnung basiert auf der Annahme, dass die CDU Ende 2025 rund 356.000 Mitglieder zählte.

Auf Anfrage wollte Linnemann die in der nichtöffentlichen Sitzung gefallenen Äußerungen nicht kommentieren.

Dem Präsidium gehören unter anderem Parteichef und Bundeskanzler Friedrich Merz (70), seine Stellvertreter sowie weitere führende CDU-Politiker an.

Aus Parteikreisen heißt es, diese Zahl stelle lediglich ein „Worst-Case“-Szenario dar – eine Prognose, die keineswegs in Stein gemeißelt sei, sondern nur einen vorübergehenden Trend abbilde. Dennoch räumen Insiders ein, dass die aktuelle Entwicklung mit der ungeliebten Bundesregierung und Kanzler Friedrich Merz zusammenhänge. Auch mit Blick auf die Mitgliederbilanz sei 2026 bislang kein gutes Jahr gewesen.

Eine alarmierende Kehrtwende: 2024 hatte die CDU noch über 20.000 Eintritte verzeichnet und die SPD als mitgliederstärkste Partei überholt. Dies wurde unter anderem auf das „Zugpferd“ Merz zurückgeführt, der damals als Oppositionschef die Ampel-Regierung unter Druck setzte.

Die Partei kämpft zudem mit einer überdurchschnittlich alten Basis. Aus Parteikreisen verlautet, dass der Schwund vor allem auf Todesfälle zurückgehe. Ziel sei es daher, dass die Zahl der aktiven Eintritte die der bewussten Austritte übersteigt.