Berlin – Mit einem massiven Polizeiaufgebot durchsuchten die Einsatzkräfte am Sonntagmorgen ein Mehrfamilienhaus in der Bissingzeile in Berlin-Tiergarten. In dem Gebäude soll der mutmaßliche CSD-Attentäter Abdul Ballout (21) leben. Gegen den 21-Jährigen wird inzwischen öffentlich gefahndet.
Ein Reporter traf vor Ort eine Nachbarin von Ballout, der Informationen zufolge als Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat gilt. Beide besuchten gemeinsam die Grundschule. „Jeder hier im Viertel kennt Abdul, und jeder hier im Viertel ist radikal“, erklärte die junge Frau. Sie fügte hinzu, dass viele vorgäben, fromme Muslime zu sein. „Das sind sie jedoch nicht. Sie führen ein Leben mit vollkommener Doppelmoral.“ Ein scharfes Urteil, doch offenbar hatte sich um Ballout eine radikale Szene formiert.

Empfangsparty nach der Haftentlassung
Der Tatverdächtige lebte offenbar noch bei seiner Mutter und soll zwei Schwestern haben. Dies berichtete ein weiterer Nachbar. Nach seiner Entlassung aus dem Jugendarrest im Mai soll es eine ausgelassene Willkommensfeier für ihn gegeben haben.
„Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugeordnet“, hatte Polizeisprecher Florian Nath mitgeteilt. Nach Informationen der Behörden ist er unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und räuberischer Erpressung aktenkundig.

Anscheinend wurde er bereits zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt – wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Im Mai 2026 soll er aus dem Jugendarrest entlassen worden sein. Noch immer ist unklar, ob er selbst das Tatfahrzeug steuerte. Das leere und laut Polizeisprecher stark beschädigte Auto wurde im Bereich des Tatorts sichergestellt.
Ist Ballout gemeinsam mit einem zweiten Verdächtigen unterwegs?
Abdul Ballout befindet sich weiterhin auf der Flucht, gilt als extrem gefährlich und möglicherweise bewaffnet! Wie die „Berliner Morgenpost“ berichtet, soll bereits eine Moschee im Berliner Wedding durchsucht worden sein. Bereits in der Nacht nach dem schrecklichen Anschlag mit einer Toten und 16 Verletzten hatte die Polizei eine weitere Wohnung im Stadtteil Schöneberg auf der Suche nach dem Flüchtigen durchsucht. Dort habe man niemanden angetroffen, erklärten die Beamten später.
Inzwischen wird landesweit und an allen deutschen Grenzen nach Abdul Ballout gefahndet, sein Foto wurde in der gesamten Bundesrepublik verteilt. Ein zweiter Tatverdächtiger soll sich im Visier der Ermittler befinden.

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