Leipzig – Die Luftabwehr am Flughafen Leipzig ist einsatzbereit. Die Bundespolizei verbrachte den gesamten Freitag damit, eine mobile Schutzvorrichtung zu errichten, die illegale und feindselige Fluggeräte aufspüren soll. Die Spezialtruppe operiert nun von einer erhöhten Beobachtungsposition aus gegen unerlaubte Drohnen.

Das Bundesinnenministerium bestätigte auf Nachfrage: „Am Flughafen Leipzig/Halle ist bereits eine mobile Drohnenabwehreinheit positioniert. Aus einsatztaktischen Erwägungen können dazu keine weiteren Details mitgeteilt werden“, erklärte ein Sprecher von Minister Alexander Dobrindt (56, CSU).

Die ukrainischen Antonov-Maschinen am Airport Leipzig. Sie gelten als Angriffsziel und müssen geschützt werden

Im Anschluss an den Fund der Sprengdrohne in der Nacht zum Mittwoch hatte Dobrindt eine rasche Intensivierung der Sicherheitsvorkehrungen zugesagt. „Das Drohneneinsatzkommando sowie die Drohnenabwehr sind unterwegs und sichern auch diesen Flughafen – auch gegenwärtig – vor möglichen weiteren Gefährdungslagen“, äußerte sich der Minister in Leipzig.

Bundespolizei übernimmt Schutz des Luftraums

Ein Foto der Sprebng-Drohne, die an einer Antonow-Maschine am Flughafen Leipzig/Halle gefunden wurde

Die Ausrüstung der Spezialkräfte umfasst hochmoderne Ortungstechnologie, Vorrichtungen zur Unterbrechung von Funkverbindungen, physische Gegenmaßnahmen sowie eigens dafür vorgesehene Abfangdrohnen. Die genaue Funktionsweise dieser Systeme unterliegt jedoch der Geheimhaltung. Bundespolizei-Sprecher Marcel Pretzsch (46) erklärte: „Über die konkreten Einsatzmittel, Strategien und Abläufe dürfen wir zum Schutz der Effektivität der Maßnahmen keine Auskunft erteilen.“

Spezialeinheit rund um die Uhr im Einsatz

Die Drohnenabwehreinheit ist der Bundespolizeidirektion 11 unterstellt, der auch die Spezialeinheiten (u. a. GSG9) angehören. Mit 130 Beschäftigten ist sie in Ahrensfelde nahe Berlin stationiert. Ihre Aufgabe ist es nun, am Flughafen Leipzig für Sicherheit zu sorgen. Leipzig fungiert als zentraler Umschlagplatz für Rüstungsgüter mit weltweiten Verbindungen.

Ende 2025 stellten Spezialkräfte der Bundespolizei ein mobiles Drohnenabwehrsystem vor (Archivfoto)
Bei einer Führung wurde gezeigt, wie mit spezieller Fangtechnik feindliche Drohnen vom Himmel geholt werden können

Fortgesetzte Durchsuchung am Airport

Die Suche nach einer möglicherweise zweiten Drohne, die am Vorfallsabend über dem Flughafen gesichtet wurde, geht derweil weiter. Nach der Entdeckung der ersten Sprengdrohne war die Start- und Landebahn vorübergehend gesperrt worden. Beim Durchstarten nach einem abgebrochenen Landeanflug kollidierte eine DHL-Maschine in über 600 Metern Höhe mit dem Flugobjekt. Einen Vogelschlag schloss die Besatzung den vorliegenden Informationen zufolge aus.