Kiew (Ukraine) – Beide wollten nur das Beste für ihr Kind – und doch wurde genau dieser Moment zu dem Erlebnis, das für Hayden Panettiere (†36) den Boden unter den Füßen wegzog. In ihrer Autobiografie „This Is Me: A Reckoning“ (deutsch: „Das bin ich: Eine Abrechnung“) erzählte die verstorbene Schauspielerin, wie ihr früherer Verlobter Wladimir Klitschko (50) plötzlich das alleinige Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Kaya verlangte.

Die Ereignisse liegen fast ein Jahrzehnt zurück. Hayden befindet sich zu diesem Zeitpunkt am Tiefpunkt. Sie leidet unter Depressionen, Angstzuständen und ihrer Alkoholabhängigkeit. Schon mehrfach hat sie sich in Behandlung begeben. Parallel dazu zerbricht die Beziehung zu dem Boxstar. Über allem schwebt ihre größte Sorge: Töchterchen Kaya (heute 11).

Kaya wuchs zwischen zwei Kontinenten auf

Hayden arbeitet in Nashville, Wladimir lebt und trainiert in Europa. Kaya pendelt zwischen den Eltern. Seit Kayas Geburt 2014 haben beide versucht, ihr Familienleben zwischen den Kontinenten zu organisieren.

Hayden Panettiere fieberte während der Beziehung mit Wladimir oft bei dessen Boxkämpfen mit. Die beiden kannten sich seit 2008
Quelle: Unbekannt

2017, ein Jahr vor der offiziellen Trennung: Hayden fliegt nach Kiew. Nach Monaten will sie ihre kleine Tochter endlich wiedersehen. Doch bevor sie Kaya trifft, bittet Wladimir sie um ein Gespräch. Sofort spürt Hayden: Hier stimmt etwas nicht. „Du verhältst dich komisch“, sagt sie zu ihm. Sie kennt Wladimir, seit sie 19 Jahre alt ist, und glaubt, ihn durchschauen zu können.

Dann teilt er ihr mit, was sie bereits geahnt hat und was ihr Leben aus der Bahn werfen sollte: „Ich will dich nicht verletzen. Aber ich brauche dich, um diese Papiere zu unterschreiben.“ Laut Hayden schiebt Wladimir einen Stapel Dokumente über den Tisch. Es handelt sich um Sorgerechtsunterlagen. „Willst du das Sorgerecht für Kaya einklagen?“ Wladimir nickt.

Erlebten auch schöne Zeiten: Hayden und Wladimir genossen Urlaube am Strand
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Seine Begründung: „Ich mache mir Sorgen um Kaya, wenn sie bei dir ist.“ In diesem Augenblick beginnt für Hayden ein innerer Konflikt. Wenn es um Menschen geht, die sie liebt, würde sie bis zum Äußersten gehen. Bei ihrer Tochter sei diese Entschlossenheit noch größer. „Für sie würde ich kämpfen, bis ich tot bin.“

Der Moment, den eine Mutter nie vergisst

Doch plötzlich steht sie vor einer Lage, in der es nicht nur darum geht, für ihr Kind zu kämpfen. Sie muss sich fragen, was für Kaya wirklich das Beste ist. Sie erinnert sich an jedes Detail dieses Tages. „Jede verdammte Sekunde“, schreibt sie. Keine Mutter könne den Tag vergessen, an dem sie ihr Kind aus der Hand geben müsse.

Die nächste Szene spielt in einem unauffälligen Restaurant. Hayden und ihr Vater Skip (66) sitzen dort mit zwei Männern. Hayden kämpft gegen die Tränen. Sie nimmt den Stift. Ihre Hände zittern. Aber sie will diesen Männern nicht zeigen, wie sehr sie innerlich zerbricht. Dann schwebt der Stift über der Unterschriftenzeile.

Hayden Panettiere wollte nicht endlos prozessieren

Sie hätte Wladimir in den USA und in der Ukraine verklagen können. Doch das hätte einen jahrelangen Rechtsstreit in zwei Ländern bedeutet. Finanziell wäre das womöglich machbar gewesen. Psychisch, so schreibt sie in der im Mai erschienenen Biografie, hätte es sie zerstört. Denn Hayden befindet sich zu diesem Zeitpunkt noch ganz am Anfang ihrer Genesung. Vielleicht, glaubt sie rückblickend, habe er sie bewusst in einem Land in die Enge getrieben, in dem er mehr Einfluss besaß. Vielleicht wusste er, dass sie ihn sonst bis zum Äußersten bekämpfen würde.

Hayden wollte ihre Tochter beschützen

Doch sie denkt als Mutter an ihre kleine Kaya. An ihre blauen Augen. Ihre blonden Locken. Ihr süßes Lächeln. Plötzlich geht es Hayden nicht mehr darum, Wladimir zu besiegen. Es zählt nur noch ihre Tochter. Sie erinnert sich an ihre eigene Kindheit, an die Angst vor Vorsprechen, an den Konflikt ihrer Eltern und daran, wie oft sie sich als Kind und später im Rampenlicht der Paparazzi nicht sicher gefühlt hatte. Kaya, so beschließt sie, soll dieses Leben nicht führen müssen. „Ich konnte das meiner Kaya nicht antun“, schreibt sie. Und Wladimir bekommt das Kind. An diesem Tag verliert sie nicht ihre Liebe zu ihrer Tochter. Aber sie verliert den Alltag mit ihr. Kaya lebt bis heute bei ihrem Vater.