Görlitz (Sachsen) – Mit bloßen Händen suchten die Retter unter den Trümmern des eingestürzten Mehrfamilienhauses in Görlitz nach Überlebenden – während der mutmaßliche Täter offenbar seelenruhig mit dem Fahrrad davonfuhr!

Der Afghane Zolmai K. (27) soll gemeinsam mit einem Komplizen für die verheerende Explosion Mitte Mai verantwortlich sein, bei der drei Menschen ums Leben kamen. Aufnahmen einer Überwachungskamera in der sächsischen Grenzstadt zeigen, wie der Verdächtige auf einem Fahrrad vom Ort des Geschehens flüchtete.

Das Mehrfamilienhaus in der Görlitzer Innenstadt wirkt nach der Tragödie wie ausradiert
Das Mehrfamilienhaus in der Görlitzer Innenstadt wirkt nach der Tragödie wie ausradiert

Zwei Kameras filmten den Verdächtigen auf dem Fahrrad

Die Bilder wurden nun von der Polizei in der MDR-Sendung „Kripo Live“ veröffentlicht. Zeugen sollen Hinweise zu den beiden Männern geben, die sich bereits in Untersuchungshaft befinden. Möglicherweise wurden sie beobachtet, wie sie auf der Suche nach Altmetall in das Wohnhaus eindrangen, die Gasleitung beschädigten und anschließend verschwanden – ohne Hilfe zu holen.

Zolmai K. wurde dabei vermutlich von den Kamerasäulen in Görlitz aufgezeichnet. Die Aufnahmen sollen nur wenige Stunden nach der Explosion in der Innenstadt an zwei verschiedenen Orten entstanden sein. Der 27-Jährige trug dabei ein Fahrradschloss um den Hals.

Während der Flucht nahm er seine Brille ab

Der 27-Jährige flüchtete mit dem Fahrrad durch Görlitz und womöglich sogar über die Grenze
Der 27-Jährige flüchtete mit dem Fahrrad durch Görlitz und womöglich sogar über die Grenze

Seine sichtbare Narbe am linken Hinterkopf versteckte er laut Polizei unter einem schwarzen Basecap mit einem schwarzen Panther. Dazu trug er eine schwarze Steppjacke und weiß-blaue Sneaker von Puma. Auffällig: Auf einem Bild trug er eine Brille, auf einem anderen nicht. Zudem versuchte er offenbar, sich die Kapuze über den Kopf zu ziehen. Die Ermittler erkannten ihn dennoch.

Sein mutmaßlicher Komplize, der Pole Bartosz K. (33), flüchtete wahrscheinlich in eine andere Richtung. Von ihm wurden keine Überwachungsfotos veröffentlicht, die ihn nach dem Einsturz des Gebäudes zeigen. Doch auch er soll ein schwarzes Basecap getragen haben – mit einem auffällig gelben Löwenkopf und der Aufschrift „Holtendorfer Spielvereinigung e.V.“.

Zolmai K. soll eine auffällige Narbe am Hinterkopf haben, die er unter einem Basecap versteckt hatte
Zolmai K. soll eine auffällige Narbe am Hinterkopf haben, die er unter einem Basecap versteckt hatte

5000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt

Laut Polizei könnten die Männer, die für den Tod von drei Menschen verantwortlich sein sollen, versucht haben, zunächst in Polen unterzutauchen: „In diesem Zusammenhang könnte es auch zu Grenzübertritten (Zgorzelec/Görlitz) gekommen sein“, erklärten die Beamten.

Hinweise nehmen die Ermittler unter der Telefonnummer 03581-46 85 00 0, dem Portal der Polizei Sachsen oder in jeder Dienststelle entgegen. Am Sonntag wurde eine Belohnung von 5000 Euro ausgelobt.