Hamburg – Der Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne ist tot. Der in Hamburg geborene Milliardär verstarb in der Nacht zum Montag im Alter von 89 Jahren an seinem Schweizer Wohnsitz in Schindellegi. Kühne hinterlässt ein enormes Firmenimperium – allerdings ohne direkte Nachkommen. „Forbes“ taxierte sein Vermögen zuletzt auf etwa 38 Milliarden Euro. Für die Zeit nach seinem Tod hatte der Geschäftsmann über Jahre hinweg Vorkehrungen getroffen.
Das Herzstück seines Firmenvermögens liegt in der Kühne Holding. Kühne hatte angeordnet, dass sein Firmenbesitz nach seinem Ableben an die gemeinnützige Kühne-Stiftung in der Schweiz übertragen wird. Diese soll künftig das Machtzentrum seines Unternehmensgeflechts bilden. Die Holding hielt zuletzt 55,4 Prozent an Kühne+Nagel, 30 Prozent an Hapag-Lloyd, 20 Prozent an der Lufthansa sowie mehr als 20 Prozent an Brenntag. Weitere 4,7 Prozent an Kühne+Nagel waren direkt bei der Stiftung angesiedelt. Sein zentraler Wunsch: Vor allem sein Lebenswerk, das Unternehmen, soll dauerhaft zusammengehalten werden.

Wer hat künftig das Sagen über die Milliarden?
Eine zentrale Rolle soll der Jurist Thomas Staehelin (79) einnehmen. Der langjährige Vertraute Kühnes aus Basel bekleidet das Amt des Vizepräsidenten und war als designierter Nachfolger an der Spitze des Stiftungsrats vorgesehen. Auch für die Ära nach Staehelin hatte Kühne bereits Pläne. Gegenüber der „FAZ“ äußerte er 2024: „Für die Nach-Nachfolge gibt es mehrere Kandidaten. Da haben wir uns noch nicht festgelegt.“ Zu diesen zählte er auch AXA-Chef Thomas Buberl. Die Steuerung der Beteiligungen erfolgt über die Kühne Holding, deren Verwaltungsratspräsident Karl Gernandt ist; als CEO fungiert Dominik de Daniel.
Kühnes Ehefrau und sein Herzensverein
Kühnes Gattin Christine ist selbst Mitglied im Stiftungsrat. Das Firmenvermögen geht jedoch nicht in ihren persönlichen Besitz über. Welche Summen sie aus Kühnes privatem Nachlass erhält, wurde nicht öffentlich gemacht. Unklar ist ebenso, welche Auswirkungen sein Tod auf den HSV haben wird. Kühnes finanzielle Unterstützung für den Verein stammte eigenen Angaben zufolge aus seinem Privatvermögen – nicht aus der Stiftung. Ob diese Zahlungen fortgeführt werden, bleibt abzuwarten.

„Mich kann man nicht klonen“
Bereits 2015 äußerte sich Kühne zu seiner Nachfolgeregelung: „Eine stark prägende Unternehmerpersönlichkeit ist nicht zu ersetzen, aber mich kann man nicht klonen.“ Sein Milliardenvermögen bleibt somit weiterhin gebündelt. Bei Lufthansa, Hapag-Lloyd, Kühne+Nagel und den übrigen Beteiligungen wird künftig ein Geflecht aus Stiftung, Holding und engen Vertrauten die Entscheidungen treffen.

%2520gestorben%2Fklaus-michael-kuhne-89-gehorte-zu-den-reichsten-und-einflussreichsten-unternehmern-deutschlands.webp&w=1200&q=75)





