Hamburg – Die Bundesrepublik verliert eine ihrer prägendsten Unternehmerpersönlichkeiten: Der Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne ist im Alter von 89 Jahren verstorben. Nach Angaben des Wirtschaftsmagazins „Forbes“ belief sich sein Vermögen zuletzt auf umgerechnet etwa 37,99 Milliarden Euro. Der Logistikkonzern Kühne+Nagel bestätigte die Todesnachricht am Montag. „Klaus-Michael Kühne ist in der Nacht auf den heutigen Montag im Alter von 89 Jahren in Schindellegi (Schweiz) verstorben“, teilte das Unternehmen mit.

Zuvor hatte das „manager magazin“ unter Verweis auf Kühnes familiäres Umfeld über seinen Tod berichtet. Der in Hamburg Geborene war demnach erst vor rund zehn Tagen von Mallorca an seinen Wohnsitz in der Schweiz zurückgekehrt. Kühnes Lebensweg war auf das Engste mit Kühne+Nagel verknüpft. Der Konzern wurde 1890 von seinem Großvater mitbegründet. Kühne stieg früh in das Unternehmen ein, übernahm bereits mit 29 Jahren den Vorstandsvorsitz und formte den Familienbetrieb zu einem global agierenden Konzern.

Klaus-Michael Kühne am Pool – privat suchte der Unternehmer auch Ruhe abseits seines Firmenimperiums
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Ein Imperium aus Milliarden

Im Laufe der Jahre errichtete Kühne ein weit verzweigtes Milliarden-Imperium und avancierte zu einem der einflussreichsten Investoren in Deutschland. Seine Holding hält 53 Prozent an Kühne+Nagel, 30 Prozent an Hapag-Lloyd sowie 20 Prozent an der Lufthansa. Erst im Mai hatte Kühne seine Beteiligung an der Fluggesellschaft nochmals kräftig erhöht. Zudem ist seine Holding beim Chemikalienhändler Brenntag und beim Fernbus- und Bahnanbieter Flix engagiert.

Klaus-Michael Kühne blieb dem Unternehmen seiner Familie bis ins hohe Alter eng verbunden – und prägte dessen Entwicklung über Jahrzehnte
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Sein Herz schlug für den HSV

Seiner Heimatstadt Hamburg fühlte sich Kühne zeitlebens verbunden. Fußballbegeisterten war er vor allem als leidenschaftlicher Anhänger und langjähriger Gönner des HSV ein Begriff. Über Jahre investierte er Millionen in den Verein, finanzierte Transfers und beteiligte sich an der HSV Fußball AG. Noch 2025 sicherte sich seine Holding erneut die Namensrechte am Volksparkstadion. Darüber hinaus unterstützte Kühne Wissenschaft, Medizin und Kultur mit erheblichen Summen. Zu seinen letzten großen Herzensangelegenheiten zählte ein neues Opernhaus in Hamburg.

Der HSV war Kühnes Herzensverein und über Jahre unterstützte er den Klub mit Millionen
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Kühne und seine Ehefrau Christine blieben kinderlos. Die Nachfolge regelte der Unternehmer daher frühzeitig: Der Großteil seines Vermögens liegt bereits in der gemeinnützigen Kühne-Stiftung, die künftig zum Machtzentrum seines Firmenreichs wird. Für Hamburg, den HSV und die deutsche Wirtschaft endet damit eine Ära.