Das Derby gegen Gladbach endet 3:3, doch für Lukas Kwasniok (44) könnte das Remis in Unterzahl das Aus bedeuten. Der Punkt reicht vermutlich nicht, um seine Position zu retten. Eine Entscheidung über seine Zukunft soll bis Sonntag fallen.

Sportvorstand Thomas Kessler (40) äußert sich nach dem Spiel deutlich: „Es war ein emotionaler Achterbahnritt. Ein chaotisches Spiel. Am Ende muss man konstatieren, dass der eine Punkt heute nicht genug ist.“ Bezogen auf Kwasniok? Kessler: „Wir werden das nüchtern und sachlich auswerten. Wir brauchen Ruhe für die Analyse, ich werde eine Nacht darüber schlafen. Aber die Tabellensituation ist für alle ersichtlich. Klar ist, dass wir an bestimmten Punkten Veränderungen brauchen, um endlich wieder zu siegen.“

Wagner oder Funkel als mögliche Sofortlösungen

Nach nur zwei Siegen aus den vergangenen 18 Partien deutet alles auf eine Entlassung Kwasnioks hin. Nach Informationen zufolge werden intern zwei Optionen erwogen. Entweder wird erneut der Retter Friedhelm Funkel (72) verpflichtet. Oder Co-Trainer René Wagner (37) übernimmt bis Saisonende in Kooperation mit U19-Trainer Stefan Ruthenbeck (53). Für Wagner spricht, dass die Mannschaft auch im Derby trotz vieler Rückschläge zusammenhielt und keinen offensichtlichen externen Impuls benötigte.

Kwasniok mit Co-Trainer René Wagner (37/r.). Der Köln-Assistent könnte sofort übernehmen
Kwasniok mit Co-Trainer René Wagner (37/r.). Der Köln-Assistent könnte sofort übernehmen

Castrop bereitet dem FC früh Probleme

Der erste Rückschlag kam noch vor Anpfiff mit dem Last-Minute-Ausfall von Krauß (Knieprobleme). Dadurch musste U19-Talent Neumann erstmals von Beginn an spielen und zahlte bereits nach 27 Sekunden Lehrgeld. Neumann war im ersten entscheidenden Zweikampf gegen Gladbachs Ex-Kölner Castrop chancenlos. 0:1 (1.).

Jubel bei Borussia, Fehlstart beim FC. Schon da stand Kwasniok vor dem Abgrund. Doch dann entwickelte sich ein wildes Spiel. Köln kämpfte für den Derby-Sieg und für seinen Trainer. Der FC drehte die Partie durch Tore von El Mala (5.) und Ache (17.) innerhalb von nur 16 Minuten. Kwasnioks Rettung? Weit gefehlt!

Führte den FC im Mai 2025 in die Bundesliga: Friedhelm Funkel (72)
Führte den FC im Mai 2025 in die Bundesliga: Friedhelm Funkel (72)

Gladbach schlug durch Castrop doppelt zurück. Das 2:2 von Sander bereitete der junge Spieler, der 2023 vom FC aussortiert worden war, noch vor. Nach der Pause setzte Castrop einen drauf – traf mit einem Traumtor zum 3:2 in den Winkel (60.) und feierte damit seine Derby-Rache. Köln gab sich und den Trainer dennoch nicht auf, warf alles nach vorne und erzwang durch Martel (84.) den 3:3-Ausgleich, der jedoch Sekunden später nach einem Ellbogen-Check mit Gelb-Rot vom Platz flog.

Kwasniok wehrt sich noch

Fliegt nun auch Kwasniok? Der Kölner Trainer zeigt sich nach dem Spiel noch kämpferisch und sagt bei DAZN: „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Mannschaft, der 1. FC Köln und ich zusammenpassen. Uns war von Anfang an klar, dass es schwer wird. Ich weiß, dass man dann dazu neigt, den Trainer zu wechseln. Egal wo auf der Welt. Ich glaube, dass die Vereine erfolgreich sind, die einen anderen Weg gehen.“

Er selbst ist überzeugt, weiterhin die Rückendeckung der Vereinsführung zu haben, und sagt: „Ich bin absolut bereit, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Solange ich diese Kraft habe, muss erst einmal jemand kommen, der mehr davon hat.“

Der Glaube der Bosse an eine erfolgreiche Zukunft unter Kwasniok scheint nach dem Derby jedoch endgültig erloschen zu sein…