Mexiko-Stadt (Mexiko) – Über ein Jahr lang beschäftigte dieser Mord die Ermittler. Influencerin Valeria Márquez (†23) wurde im Mai 2025 während eines TikTok-Livestreams erschossen. Der Täter konnte unerkannt entkommen, die Motive blieben im Dunkeln. Nun vermelden die Behörden einen entscheidenden Ermittlungserfolg. Die Spur führt zu einem Mann, dessen Name in Mexikos kriminellen Kreisen Respekt einflößt.

Márquez galt in Mexiko als bekannte Beauty- und Lifestyle-Influencerin. Während eines Livestreams aus ihrem Schönheitssalon wartete sie auf eine avisierte Lieferung. Kurz darauf betrat ein Mann das Geschäft. Den Ermittlungen zufolge vergewisserte er sich zunächst, dass er die richtige Person vor sich hatte, bevor er die Waffe zückte und feuerte. Márquez erlag noch am Ort des Geschehens ihren Verletzungen. Dem Schützen gelang die Flucht.

Ramón Ángel Álvarez Ayala alias „El R-1“ bleibt nach seiner Festnahme zunächst in Untersuchungshaft. Ein Richter soll in den kommenden Tagen über das weitere Verfahren gegen den mutmaßlichen Kartellboss entscheiden

Mutmaßlicher Kartellboss in Gewahrsam genommen

Inzwischen haben die mexikanischen Behörden Ramón Ángel Álvarez Ayala, auch bekannt als „El R-1“, festgesetzt. Die Ermittler stellen eine Verbindung zwischen dem Mann und dem Mord an Márquez her. Er gilt als Kopf der kriminellen Vereinigung „Los Rs“, die dem berüchtigten Jalisco New Generation Cartel zugerechnet wird. Die Festnahme gelang bereits am 30. Juli im Bundesstaat Jalisco. Nun erhoffen sich die Ermittler Aufschluss über die Hintergründe der Tat. Denn die neue Spur reicht bis ins private Umfeld der Influencerin.

Rund 100.000 TikTok-Nutzer folgten Valeria Márquez schon vor ihrem Tod. Die Ermittlungen rund um den Mord machten ihren Namen weit über Mexiko hinaus bekannt

Ermittlungen führen zum Ex-Freund der Influencerin

Wie Mexikos Sicherheitsminister Omar García Harfuch (44) bekannt gab, führte Márquez eine Beziehung mit Francisco, dem Sohn des festgenommenen Kartellbosses. „Der Sohn von R1 hatte eine romantische Beziehung mit Valeria. Er hatte sie mehrfach bedroht“, erklärte der Minister. Die Ermittler vermuten, dass Francisco nach der Trennung seinen Vater um Unterstützung gebeten haben könnte. Mitglieder der Gruppierung sollen daraufhin den Angriff geplant haben.


Mexikos Sicherheitsminister Omar García Harfuch (44) machte die neue Spur öffentlich

Besonders bedrückend mutet im Nachhinein eine Äußerung von Márquez kurz vor ihrem Tod an. In ihrem Livestream sprach die Influencerin über eine angekündigte Lieferung, die ihr offenbar seltsam vorkam. „Vielleicht wollten sie mich umbringen oder so“, sagte sie damals zu ihren Zuschauern. Die Festnahme von „El R-1“ bedeutet allerdings noch nicht das Ende des Falls. Der Sohn des Kartellbosses sowie der mutmaßliche Schütze werden weiterhin gesucht. Die Ermittlungen dauern an.