Berlin – Elon Musk (55) strebt nun auch nach Energie-Unabhängigkeit im Gasbereich. Sein Raumfahrtunternehmen SpaceX veröffentlichte eine Stellenanzeige, in der ein Händler gesucht wird, der ein Team für den Erdgas-Handel aufbauen soll. Parallel dazu verfolgt der Konzern Pläne für Gaskraftwerke und Pipelines und erwägt sogar eigene Bohrungen nach Erdgas. Damit wird Musk zum prominentesten Vertreter eines wachsenden Phänomens: Der steigende Energiebedarf großer Technologiekonzerne könnte Gas auf lange Sicht spürbar verteuern.
Treibt der KI-Boom die Gaspreise in die Höhe?
Eine klare Antwort darauf gibt ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski: „Ganz deutlich ja.“ Künstliche Intelligenz benötige mit ihren Rechenzentren immense Energiemengen, und dieser Bedarf werde weiter ansteigen. Auch Andreas Schröder, Gasmarkt-Experte beim Analysehaus ICIS, sieht diesen Trend bestätigt: „Grundsätzlich stimmt das.“ Allerdings weitet die USA gleichzeitig ihre Gasförderung und LNG-Exporte erheblich aus, was den zusätzlichen Preisdruck auf Europa voraussichtlich abmildern dürfte.
Für die eigene Gasrechnung im kommenden Winter spielen daher zunächst andere Faktoren eine größere Rolle.
So hoch könnten die Kosten im Winter ausfallen
Die deutschen Gasspeicher sind aktuell nur etwa zur Hälfte befüllt, während es im Vorjahr rund 67 Prozent waren. Zudem konkurriert Deutschland beim Flüssiggas mit Abnehmern aus aller Welt. Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller warnt deshalb vor steigenden Ausgaben. „Gasverbraucher, Mieter sollten sich auf höhere Rechnungen einstellen“, erklärte er gegenüber „t-online“.
Auch das Vergleichsportal Verivox sieht ein Preisrisiko. „Die Speicher sind u. a. so gering gefüllt, weil die Gaspreise in Asien seit Beginn des Iran-Krieges höher sind als in Europa. Darum nehmen immer mehr Flüssiggas-Tanker Kurs dorthin, um einen höheren Erlös zu erzielen“, sagt Verivox-Energieexperte Thorsten Storck.
Was bedeutet das für Ihre Rechnung?
Sollten die Großhandelspreise auf dem aktuellen Stand bleiben, hält Verivox bei Bestandskunden Preissteigerungen von 10 bis 20 Prozent für realistisch. Konkret heißt das: Wer bisher 2000 Euro jährlich für Gas ausgibt, müsste mit 200 bis 400 Euro zusätzlich rechnen. Bei einer Jahresrechnung von 2500 Euro kämen sogar 250 bis 500 Euro an Mehrkosten hinzu.
Gas hat sich bereits spürbar verteuert
Bei Neuverträgen ist der Anstieg bereits angekommen. Günstige Gastarife kosteten laut Verivoc zu Beginn des Iran-Krieges im März noch rund 8 Cent pro Kilowattstunde, inzwischen sind es etwa 10 Cent. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden ergibt das rund 400 Euro mehr pro Jahr. Bleiben die Großhandelspreise hoch, könnten die Erhöhungen schrittweise auch Bestandskunden erreichen.
So lässt sich die Gas-Rechnung senken
Wer einen teuren Gastarif besitzt, kann durch einen Wechsel bares Geld sparen. Günstige Neuverträge liegen bei etwa 10 Cent je Kilowattstunde, die Grundversorgung kostet dagegen mehr als 13 Cent. Bei 20.000 Kilowattstunden macht das rund 600 Euro im Jahr aus. Mit einer Preisgarantie lassen sich die aktuellen Konditionen teils bis zu zwölf Monate im Voraus sichern. Zudem gilt: Ein Grad weniger Raumtemperatur spart etwa 6 Prozent Heizenergie.








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