Washington – Eigentlich sollte es eines seiner großen Prestigeprojekte werden: ein riesiger Ballsaal direkt am Weißen Haus, ausgestattet mit Gold, Marmor, Stuck und opulenten Kronleuchtern. Doch Donald Trumps (80) Palast-Traum ist vorerst geplatzt. Ein Bundesberufungsgericht in Washington bestätigte den Baustopp mit einer Mehrheit von zwei zu einer Stimme. Der Vorwurf: Der US-Präsident habe den historischen Ostflügel des Weißen Hauses abreißen und mit den Bauarbeiten beginnen lassen, ohne zuvor die Genehmigung des Kongresses einzuholen.

Dabei stellten die Richter unmissverständlich klar: Die Regierung habe „keine uneingeschränkte Vollmacht“, das Weiße Haus „neu zu gestalten, umzugestalten und umzubauen, um den persönlichen Vorlieben eines Präsidenten zu entsprechen“. Noch deutlicher wurde das Gericht in seiner Wortwahl: „Jeder Präsident ist lediglich ein Mieter auf Zeit, nicht der Eigentümer des Weißen Hauses.“

Donald Trump ließ den historischen Ostflügel des Weißen Hauses abreißen, ohne zuvor die Zustimmung des Kongresses einzuholen

Für Trump kommt das Urteil offenbar einer Provokation gleich. Auf seiner Plattform Truth Social griff er die Entscheidung scharf an. Sie sei eine „nationale Schande“ und stelle sogar ein Risiko für die nationale Sicherheit dar. Zuvor hatte er das Urteil bereits als „entsetzlich, politisch motiviert und rechtswidrig“ bezeichnet. Nun will er nicht aufgeben: Er werde „umgehend“ den Obersten Gerichtshof anrufen.

Viel Gold, Marmor, Stuck und üppige Lüster: Diese Illustration zeigt, wie sich Trump den künftigen Ballsaal vorstellt

Ein Festsaal – und weit mehr dahinter

Hinter dem Konflikt steckt jedoch mehr als nur ein prachtvoller Festsaal. Unter dem früheren Ostflügel befindet sich ein Schutzraum, der zu einem modernen Bunker ausgebaut werden soll. Laut Trump soll der neue Komplex zudem Schutzsysteme gegen Drohnen und Raketen sowie medizinische Einrichtungen umfassen.

Trumps Neuer Baupunsch in Washington ( Ki Generiert )

Auch die Kosten sorgen für Diskussionen. Inzwischen ist von rund 400 Millionen Dollar die Rede; finanziert werden soll das Vorhaben nach Trumps Angaben durch private Spenden. Der Ballsaal soll eine Fläche von etwa 8360 Quadratmetern umfassen – größer als ein Fußballfeld – und Platz für rund 1000 Gäste bieten.

Doch vorerst steht die Luxus-Baustelle still. Für Trump ist der juristische Konflikt längst zu einer Machtfrage geworden: Darf ein Präsident das historische Weiße Haus nach seinen eigenen Vorstellungen umbauen – oder zieht der Kongress die Grenze?