Berlin – Ein tödlicher Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin erschüttert die Hauptstadt: Eine Frau kam ums Leben, 16 Menschen wurden verletzt. Nun werden immer mehr beunruhigende Details über den Mann bekannt, nach dem ganz Europa fahndet. Nach Informationen dieser Redaktion handelt es sich bei dem polizeibekannten Abdul Ballout (21) – bereits wegen schwerer Körperverletzung und räuberischer Erpressung aktenkundig – um einen Anhänger der Terrororganisation „Islamischer Staat“. Zudem soll Ballout bereits zuvor einen Anschlag geplant haben!

Frühere Verurteilung des Terrorverdächtigen

Die Ermittlungsakte zeichnet das Bild eines IS-Sympathisanten und Intensivtäters, der den Sicherheitsbehörden seit Langem bekannt war. Wie diese Redaktion erfuhr, versuchte Ballout im Jahr 2025 nach Syrien auszureisen, wurde jedoch im Libanon festgenommen und als deutscher Staatsbürger nach Berlin zurückgebracht. Der Verdacht: Er soll einen Anschlag geplant haben! Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte ihn im Mai 2026 wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Die Staatsanwaltschaft, die zwei Jahre und zehn Monate Haft gefordert hatte, legte Berufung ein.

Im Rahmen des Berufungsverfahrens wurde Ballout zeitweise polizeilich observiert. Nachdem er ein Foto mit einer Schusswaffe im Internet veröffentlicht hatte, durchsuchten Beamte seine Wohnung und stellten eine Spielzeugwaffe sicher. Sein Telefon wurde überwacht, zudem musste er sich wöchentlich bei seinem Bewährungshelfer melden.

Berichten zufolge hatte Abdul Ballout nach seiner Entlassung die Auflage erhalten, an 26 Gesprächsterminen in einer Beratungsstelle für Deradikalisierung und Extremismusprävention teilzunehmen. Auslöser waren Beiträge in sozialen Netzwerken, in denen er seine Unterstützung für eine Terrorgruppe bekundet haben soll. Welche Gruppe dies war, ist bislang unklar. Offenbar war diese Weisung noch nicht rechtskräftig.

Laut diesen Berichten nahm Ballout zwei erste Termine – am 15. Juni und 9. Juli – auf freiwilliger Basis wahr. Ein drittes Gespräch war für den 27. Juli, also morgen, angesetzt. Im Anschluss sollte über die Notwendigkeit weiterer Beratung entschieden werden. Er befand sich in einem sogenannten „Clearing-Prozess“. Da Ballout untergetaucht ist, wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt.

Auch am Tag nach der Terrorfahrt von Abdul Ballout ist der Tiergarten großräumig abgesperrt

Am 25. Juli nutzte Ballout einen Transporter als Waffe, fuhr in Teilnehmer des CSD und tötete eine Frau. Die Veranstaltung, bei der Hunderttausende aus aller Welt ausgelassen in Berlin feiern wollten, wurde so zum Schauplatz einer Tragödie. Seither ist er auf der Flucht und wird international gesucht.

Verbindung zur islamistischen Szene

„Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet“, erklärte Polizeisprecher Florian Nath nach der Amokfahrt. Nach dem Anschlag wurde das stark beschädigte Fahrzeug sichergestellt. Darin entdeckten Ermittler das Mobiltelefon von Ballout.

Personen, die Angaben zu seinem aktuellen Aufenthaltsort machen können, werden gebeten, sich über das Hinweisportal der Polizei Berlin oder jede andere Polizeidienststelle zu melden.

Beschreibung des Gesuchten:

  • schlanke Statur

  • etwa 1,90 Meter groß

  • schwarze Haare

  • schwarzer Hoodie und weiße Hose

Sprechen Sie die gesuchte Person bei Sichtung auf keinen Fall an und vermeiden Sie direkten Kontakt. Abdul Ballout ist möglicherweise bewaffnet und gefährlich! Verständigen Sie umgehend den Notruf 110 der Polizei.