Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) – Er hatte in den Tagen vor und während des Verbrechens ständigen Kontakt zu Gina H. (30) – doch am 14. Oktober 2025 brach Christian D. die Verbindung zu der Angeklagten sofort ab. Der Jäger und Schlachter ist der Mann, den Gina H. nach dem grausamen Mord an dem kleinen Fabian (†8) als Ersten gezielt zur Leiche des Jungen geführt haben soll. Am 11. Prozesstag sagt er als Zeuge vor dem Landgericht Rostock aus.
Christian D. taucht ab dem 16. September 2025 im Leben von Gina H. auf, ab dann herrscht intensiver Kontakt zwischen ihnen. Beide wohnen in der Gemeinde Reimershagen (Mecklenburg-Vorpommern), schickten sich jeden Tag viele Sprachnachrichten und trafen sich regelmäßig. Während der Treffen schaltete der Vater sein Handy oft aus. Am Tag vor der Tat schrieb er ihr: „Du grübelst halt den ganzen Tag. Das habe ich vorhin beim Gespräch auch gemerkt.“

Anzügliche Sprachnachrichten am Tattag
Am 10. Oktober schaltete Gina H. ihr Handy für anderthalb Stunden komplett aus. Der Zeitraum, in dem sie Fabian mutmaßlich mit sechs Messerstichen getötet und danach verbrannt haben soll. Christian D. erreichte sie nicht und schrieb ihr: „Bin ich jetzt auch blockiert?“ Nach der mutmaßlichen Tat war er der Erste, den sie anrief.
Am Nachmittag des Tattags reinigte Gina H. ihr Auto. In Sprachnachrichten sind die Reinigungsgeräusche zu hören. Dabei sendete Gina H. im Wechsel komplett unterschiedliche Botschaften. Während sie Fabians Vater Matthias R. besorgte Nachrichten schickte, tauschte sie parallel mit Christian D. anzügliche Sprachnachrichten aus.

Gina H. führte den Zeugen zum Tatort
Tagelang suchte die Polizei im Oktober 2025 vergeblich nach Fabian. Am 13. Oktober schlug Gina H. Christian D. per Sprachnachricht dann vor, eine ungewöhnliche Stelle zu besuchen: „Das ist, wenn man mal gucken fährt (…) hinten Richtung Klein Upahl, da in den Wäldern. Ich will jetzt nicht bei der Polizei anrufen und die da hinschicken.“ Am selben Abend fuhren sie offenbar um 21 Uhr gemeinsam an den Tatort. Am selben Abend, um 22.48 Uhr, schaltete sie erneut ihr Handy aus und führte ihren Nachbarn Olaf K. an den Tatort. Einen Tag später führte die Angeklagte ihre Bekannte Heike M. an den Tatort und rief die Polizei, sie habe Fabians Leiche zufällig gefunden.
Ermittler vermuten Fußspuren des Zeugen am Tatort
Die Polizei vermutet, dass eine am Tatort gesicherte Fußspur von den „Engelbert-Strauss“-Arbeitsschuhen des Zeugen stammen könnte. Am 6. November 2025 durchsuchten sie das Haus, den Garten und das Hühnergehege von Christian D. im kleinen Ort Rum Kogel.

Nach dem Fund der Leiche brach der Zeuge den Kontakt zu Gina H. unvermittelt ab. Am 15. Oktober schrieb sie ihm noch einmal: „Übrigens, ich hab dich da nicht mit reingezogen. Es wäre nett, wenn wir mal sprechen könnten.“ Christian D. lehnte ab. Seine letzte Nachricht an Gina H.: „Ich möchte meine Familie schützen.“ Am Freitag (12.6.) trifft er die Angeklagte im Gericht wieder.

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