Bali – Ein intimes Schäferstündchen könnte für einen australischen Urlauber nun schwerwiegende juristische Konsequenzen haben. Wie lokale Nachrichtenportale berichten, wurde der 27-jährige Bill Aspinall am Flughafen der indonesischen Ferieninsel festgenommen, als er seinen Rückflug nach Brisbane antreten wollte. Seine Ausreise wurde vorerst untersagt.

Auf Aufnahmen einer Sicherheitskamera, die das australische Portal 7News veröffentlichte, ist zu sehen, wie Aspinall gemeinsam mit einer bis dato unbekannten Frau einen Hof betritt. Kurz darauf lassen sich beide zu Boden sinken und beginnen miteinander zu schlafen. Selbst eine sichtlich empörte Anwohnerin, die das Paar lautstark zum Aufhören aufforderte, konnte die beiden nicht stoppen – ihre Rufe verpufften wirkungslos.

Fahndung nach Frau im gepunkteten Bikini läuft

Für den Touristen wurde die Angelegenheit zum Verhängnis, da die Kamera sein Gesicht präzise erfasste – ein entscheidender Hinweis für die Ermittler. Als er am Dienstagabend an Bord einer Maschine in Richtung Heimat gehen wollte, schritten die Beamten am Flughafen ein; sie hatten das Videomaterial zuvor mithilfe von Gesichtserkennungssoftware ausgewertet und den Mann zweifelsfrei identifiziert. Auch die Begleiterin, die einen gepunkteten Bikini trug, soll zur Rechenschaft gezogen werden; die Suche nach ihr dauert an.

Die Überwachungskamera zeigt: Eine Bewohnerin (weißes Oberteil) stolperte fast über das Paar
Quelle: Instagram

Ein an den Ermittlungen beteiligter Beamter erklärte: „Die Einwanderungsbehörde wird in enger Abstimmung mit der Polizei weiterhin alle Hebel in Bewegung setzen, um die mutmaßliche Täterin ausfindig zu machen und den Fortgang des Gerichtsverfahrens zu begleiten.“ Zudem sei man darauf vorbereitet, „einwanderungsrechtliche Maßnahmen zu ergreifen, sofern ein Verstoß gegen die geltenden Einreisebestimmungen nachgewiesen wird“.

Indonesiens Gesetzgebung kennt keine Gnade

Erst seit Beginn dieses Jahres gilt in Indonesien – und damit auch auf Bali – eine verschärfte Rechtslage, die sexuelle Handlungen zwischen unverheirateten Paaren ausdrücklich unter Strafe stellt. Die Regelung betrifft explizit auch ausländische Gäste; im Höchstfall droht eine Freiheitsstrafe von zwölf Monaten.

Auch in anderen Belangen lauern für ahnungslose Reisende empfindliche Sanktionen. Ein aktueller Fall verdeutlicht dies: Ein Schweizer Tourist, der am heiligen Hindu-Feiertag Nyepi („Tag der Stille“) entgegen dem strikten Aktivitätsverbot Videos vom Strand auf Instagram postete, muss nun ebenfalls für ein Jahr ins Gefängnis.