Die Bundesnetzagentur plant eine Neuausrichtung bei der Verteilung der Netzentgelte. Für Betreiber von Photovoltaik-Anlagen könnten dadurch jährliche Zusatzkosten von bis zu 100 Euro entstehen.

Haushalte, die ihren Strom teilweise selbst mit einer eigenen Solaranlage erzeugen, profitieren derzeit häufig von reduzierten Netzentgelten im Vergleich zu anderen Verbrauchern. Dies könnte sich für viele Anlagenbesitzer in Zukunft jedoch ändern. Im Zuge der neuen Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) ist unter anderem eine veränderte Kostenverteilung für das Stromnetz vorgesehen, die für bestimmte Eigenversorger Zusatzkosten mit sich bringen würde.

Schon im Mai dieses Jahres stellte die Bundesnetzagentur ihre Konzepte vor. Nun wurde der finale Festlegungsentwurf veröffentlicht, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Die AgNes soll voraussichtlich Ende 2026 final beschlossen werden und ab 2029 die bisherigen Regelungen der Stromnetzentgeltverordnung ablösen.

Höherer Grundpreis ab 2029: Wer ist betroffen?

Die Neuregelung richtet sich vor allem an sogenannte „Prosumer“. Dieser Begriff, eine Kombination aus „Produzent“ und „Konsument“, beschreibt Haushalte, die ihre Anlage nicht nur zur Stromeinspeisung nutzen, sondern den erzeugten Strom auch teilweise selbst verbrauchen.

Gemäß dem Festlegungsentwurf sollen diese Haushalte ab 2029 einen erhöhten Grundpreis in ihrem Stromtarif in Form eines Aufschlags entrichten. Der Grundpreis stellt einen festen, verbrauchsunabhängigen Tarifbestandteil dar. Er wird vom Energieversorger bestimmt und bestimmt zusammen mit dem Arbeitspreis die jährlichen Stromkosten, wie E.ON erläutert.

Der Entwurf sieht vor, dass der Aufschlag zwischen 70 und 90 Prozent des bisherigen Grundpreises liegen soll. Dadurch sollen Prosumer angemessen an den Kosten für das Stromnetz beteiligt werden. Nach einem früheren Hintergrundpapier der Bundesnetzagentur soll die finanzielle Mehrbelastung voraussichtlich nicht mehr als 100 Euro pro Jahr betragen. Dennoch müssen sich Verbraucher auf steigende Kosten in ihrem Stromtarif einstellen.

Milliardenschwere Kosten: Die aktuelle Finanzierung des Stromnetzes

Die Netzentgelte machen in Deutschland etwa ein Drittel des Strompreises aus. Sie finanzieren Wartung, Betrieb, Modernisierung und Ausbau des Stromnetzes. Laut Bundesnetzagentur werden dadurch jährlich rund 37 Milliarden Euro eingenommen. Für das Stromnetz sind insgesamt vier Übertragungsnetzbetreiber sowie etwa 860 Verteilnetzbetreiber verantwortlich.