Berlin – Wenige Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September sorgt eine neue INSA-Erhebung für Aufsehen: Die AfD liegt demnach bei 42 Prozent, während die CDU lediglich auf 22 Prozent kommt. Der Rückstand von 20 Prozentpunkten ist beachtlich. INSA-Chef Hermann Binkert (61) sieht die Union chancenlos: „Die CDU wird die AfD bis zum 6. September nicht mehr überholen. Die AfD wird bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt die stärkste politische Kraft.“
Während FDP und Grüne (jeweils 4 Prozent) an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würden, zöge die SPD mit 6 Prozent ins Parlament ein. Bemerkenswert: Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) könnte mit 5 Prozent knapp den Einzug schaffen. Das hätte weitreichende Konsequenzen für die Regierungsbildung in Magdeburg. BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht (57) hat bereits signalisiert, dass ihre Partei CDU-Ministerpräsident Sven Schulze (47) nicht unterstützen werde. Damit könnte das BSW unbeabsichtigt den Weg für die AfD ebnen.
Binkert: AfD in Sachsen-Anhalt nicht mehr einzuholen
Der Hintergrund: In den ersten beiden Wahlgängen benötigt der designierte Ministerpräsident eine absolute Mehrheit. Nach aktuellen Umfragewerten verfügen weder Schulze noch AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund (35) darüber. Im dritten Wahlgang genügt jedoch die einfache Mehrheit. Sollte sich das BSW der Stimme enthalten, könnte Siegmund zum Regierungschef gewählt werden.

Die AfD (42 Prozent) vereint nämlich mehr Stimmen auf sich als CDU, Linke und SPD zusammen (41 Prozent). Eine Enthaltung des BSW würde den Weg für den ersten AfD-Ministerpräsidenten freimachen. Sollten Grüne und FDP doch den Einzug schaffen, änderte sich die Ausgangslage grundlegend. Dann würde es für die AfD deutlich schwerer, den Ministerpräsidenten zu stellen, da die übrigen Parteien eine Mehrheit gegen sie bilden könnten.
Die INSA-Analyse offenbart zudem: 49 Prozent der Befragten können sich grundsätzlich vorstellen, die AfD zu wählen. 34 Prozent geben an, sicher AfD zu wählen. Zum Vergleich: Bei der CDU liegt das Potenzial bei 34 Prozent, während 16 Prozent sicher die Union wählen wollen. Der Verfassungsschutz stuft die AfD in Sachsen-Anhalt als rechtsextrem ein.

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