Ludwigsfelde (Brandenburg) – Was sich über Monate in einer brandenburgischen Kleinstadt abspielte, erinnert an die berühmte US-Serie „Breaking Bad“. Kriminelle errichteten dort ein illegales Labor und ließen sogar Drogenköche aus Mexiko einfliegen. Bei einer Razzia stellten Polizei und Zoll rund 80 Kilogramm Methamphetamin sicher. Die Bande plante offenbar, die Horror-Droge „Crystal Meth“ im großen Stil herzustellen – und damit den Berliner Markt zu überschwemmen.
Bereits nach der ersten Dosis macht Crystal Meth süchtig und gilt unter Experten als hochgefährlich. Der EU-Drogenreport warnt: „Es wirkt stark euphorisierend, unterdrückt Hunger und Müdigkeit und birgt ein extrem hohes physisches und psychisches Abhängigkeitspotenzial.“

Bislang galt die deutsch-tschechische Grenzregion als Hotspot für illegale Drogenlabore. Doch die Bande hatte vor, in Ludwigsfelde selbst Crystal Meth zu produzieren. Laut Oberstaatsanwalt Alan Bauer von der Berliner Generalstaatsanwaltschaft befand sich das Labor „mutmaßlich in der Aufbauphase“. Im Zuge der Razzia wurden auch Wohnungen und Anschriften von zwölf Beschuldigten (19 bis 47 Jahre) durchsucht. Gegen sechs Personen ergingen am Donnerstag Haftbefehle.
Auch kiloweise Ketamin gefunden
In einer Wohnung im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf entdeckten die Fahnder 50 Kilogramm Cannabis und 32 Kilogramm Ketamin. Das verschreibungspflichtige Narkose- und Schmerzmittel führt in höheren Dosen zu Halluzinationen und ist als Partydroge „Special K“ bekannt.

Der Boss der Bande: ein Mann im Alter von gerade einmal 21 Jahren. Laut Ermittlern hatte er drei mexikanische Staatsbürger (46 bis 47 Jahre) angeheuert, um die Kristalle aus den Grundstoffen herzustellen. Sie konnten am Mittwoch im Labor festgenommen werden. Ob bereits konsumfähiges Crystal Meth produziert wurde, ist noch unklar.
Für Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP), ist der Versuch, ein illegales Drogenlabor in der Nähe der Bundeshauptstadt zu errichten, ein Alarmsignal!
„Letztes Jahr Nauen, am Mittwoch Ludwigsfelde – Methamphetamin und synthetische Opioide stellen eine der größten Gefahren für unser Gesundheitssystem und die innere Sicherheit dar. Wir müssen von einem großen Dunkelfeld an ‚Laboren‘ in direkter Nähe ausgehen – und nicht nur in chinesischen Provinzen oder in Tschechien. Dass Mexikaner praktisch vor unserer Haustür Drogen zusammenpanschen, zeigt uns, welche Anziehungskraft die Hauptstadtregion als Drogen-Hotspot mittlerweile genießt.“
Cannabisschmuggel führte zu XXL-Drogenlabor
Auf die Spur des Labors kamen die Ermittler durch einen Drogenfall im Februar in Berlin. Oberstaatsanwalt Bauer: „Ausgangspunkt der Ermittlungen waren Erkenntnisse aus einem mutmaßlichen Cannabisschmuggel im Februar 2026, die (...) schließlich zu dem Labor in Ludwigsfelde führten.“

Mit einem Aufgebot von rund 250 Polizisten wurden die Durchsuchungen in Brandenburg und Berlin durchgeführt. Um die Halle im Industriepark Ost wurde ein Bereich von etwa 30 bis 40 Metern abgesperrt. Schwer bewaffnete Bundespolizisten bewachen den Komplex an der Gottlieb-Daimler-Straße.
Die Maßnahmen wurden durch die Bundespolizei, das Bundeskriminalamt, die Analytische Task Force (ATF) des LKA Berlin und das Technische Hilfswerk (THW) unterstützt. Zwei der Festnahmen erfolgten durch das Spezialeinsatzkommando der Landespolizei Brandenburg. Gegen alle Beschuldigten wird wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt.







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