New York (USA) – Pünktlich zum Kinostart der Fortsetzung von „Der Teufel trägt Prada“ gerät Anna Wintour (76) erneut in den Fokus. Obwohl nie offiziell bestätigt, gilt die Chefredakteurin der „Vogue“ weithin als Inspiration für die Filmfigur. Nun äußern sich frühere Assistentinnen über ihre Zeit bei der Mode-Ikone – und schildern einen Arbeitsalltag, der dem Kinohit in seiner Intensität gleicht.
Die Vorstellung, Jeans zu tragen, war in der 25. Etage des One World Trade Center undenkbar – zumindest für jene, die als Assistenten von Anna Wintour arbeiteten. In ihren Büroräumen herrschten jahrelang ausschließlich die Regeln der „Vogue“-Chefin. Ironischerweise hatte sie selbst 1988 mit einem Denim-Look auf dem Cover ihrer ersten Ausgabe als Chefredakteurin einen modischen Meilenstein gesetzt. Für ihr Team jedoch galten andere, strenge Vorgaben, wie nun bekannt wird.
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Anna Wintour behält die Kontrolle
Seit 1988 prägte Wintour die Modewelt wie keine andere. Im Juni 2025 kündigte sie ihren Rückzug als Chefredakteurin an; ihre letzte Ausgabe erschien im Dezember 2025. Ganz ausgeschieden ist sie jedoch nicht: Wintour bleibt als „Chief Content Officer“ und „Global Editorial Director“ beim Verlag Condé Nast. In der Praxis bedeutet dies: Sie behält die entscheidende Autorität.
Zu einer Legende für ein breites Publikum wurde Wintour, als 2006 der Roman von Lauren Weisberger (48), einer ehemaligen Assistentin der „Vogue“-Ikone, verfilmt wurde. Meryl Streep (76) verkörperte darin die eiskalte Chefredakteurin Miranda Priestly, eine Figur, die eindeutig von Wintour inspiriert ist.
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Ehemalige Assistentinnen berichten über die „Vogue“-Arbeit
Sache Taylor war von 2019 an etwa vier Jahre für Wintour tätig, Sammi Tapper mehrere Jahre bis 2025 in ihrem Büro, und Marley Marius bis Oktober 2025. Jetzt gewähren sie Einblicke in den Arbeitsalltag.
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Schon im Bewerbungsgespräch bei Wintour galten besondere Maßstäbe. Schwarz tragen? Keine gute Wahl. Standardfragen? Fehl am Platz. „Sie will keinen Roboter“, erklärt Marley im Podcast „The Runthrough with Vogue“. „Die Fragen waren persönlich“, bestätigen Tapper und Taylor.
Wintour stand zwischen 4 und 5.30 Uhr morgens auf – und war gegen 8 Uhr im Büro. „Der Tag beginnt wirklich früh“, sagt Marley. „Eine Assistentin bereitet ihren Kaffee und ihr Frühstück zu.“ Genau wie in „Der Teufel trägt Prada“. Tapper berichtet, Wintour sei stets „die erste Person im Büro“ gewesen. Stillstand? Unbekannt. Weder für sie noch für ihre Mitarbeiter. Marley ergänzt: „Wenn sie nach jemandem fragt, will sie diese Person sehr schnell sehen.“

Der legendäre „Hausarbeits“-Beutel
Feierabend ist ein relativer Begriff. Wintour arbeitet auch nach Büroschluss weiter und nimmt Aufgaben mit nach Hause. Eine weitere Parallele zur Darstellung von Meryl Streep.
Die extragroße „Boat and Tote“-Tasche von L.L.Bean sei stets prall gefüllt mit Artikeln gewesen. Eine ehemalige Assistentin Wintours erklärt: „Sie will nie, dass jemand auf ihr Feedback warten muss.“ Ihre Arbeitsweise sei gewesen: „Wenn drei Texte mit jeweils 4000 Wörtern an einem Abend eingehen, gibt sie bis zum nächsten Morgen sehr detailliertes Feedback.“
Das bedeutet: Nicht nur Anna Wintour ist rund um die Uhr im Einsatz – auch ihre Mitarbeiter müssen stets verfügbar sein.
Strikter Dresscode mit klaren Vorgaben
Auch bei der Kleidung herrschten eindeutige Regeln. „In Annas Büro trägt jeder High Heels“, erinnert sich Marley. Doch: „Es passiert so viel, und manchmal muss man rennen.“ Sie zog daher nach kurzer Zeit Konsequenzen und wechselte von Stöckelschuhen zu flacheren Modellen. Ein Kompromiss, den Wintour offenbar akzeptierte. Die Hauptsache: Niemals „in Turnschuhen“. Denn dies sei das eine ungeschriebene Gesetz, das niemand brechen dürfe.
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