München – Ein Deal, der als Glücksgriff begann und zum Desaster wurde! Der frühere Nationaltorhüter Jens Lehmann (56) verlangt nun vor Gericht mehr als eine halbe Million Euro. Zum Verhandlungstermin am Landgericht München erschien er höchstpersönlich.
Die Offerte klang überaus verheißungsvoll: Im Jahr 2020 wurden Lehmann Aktien eines Münchner KI-Unternehmens zum Stückpreis von einem Euro angeboten. Der damalige Marktwert der Papiere soll bei 6,50 Euro gelegen haben. Der frühere Fußballprofi investierte exakt 500.000 Euro. Heute beläuft sich sein Verlust auf rund 330.000 Euro – vor Gericht fordert er nun 572.661,18 Euro nebst Zinsen: als Ausgleich für nicht übergebene Aktien sowie für entgangene Gewinne.
So kam das Geschäft zustande
„Ein Bekannter sprach mich an, ob ich in seine Firma investieren möchte“, schildert Lehmann im Prozess. Der Aktienerwerb sollte über eine Kapitalerhöhung laufen. Die Abwicklung übernahm eine Wirtschaftsprüferkanzlei, die Lehmanns halbe Million Euro treuhänderisch verwaltete. Genau diese Kanzlei hat Lehmann nun verklagt.

Die Gründe für den Absturz
Mit dem frischen Kapital beabsichtigte das KI-Unternehmen, eine Baufirma zu erwerben. Doch die Übernahme scheiterte – die Maschinenfirma erwies sich offenbar als weniger wertvoll als angenommen. Auch dies soll den Aktienkurs belastet haben. Lehmann beteuert, von alledem nichts gewusst zu haben: „Man hat mir nicht mitgeteilt, wofür mein Geld verwendet wird.“ Genau hier sieht er das Versäumnis der Kanzlei: Sie sei über den Kursverfall informiert gewesen, habe ihn jedoch nicht gewarnt.

Lehmann fühlt sich im Stich gelassen
Als die Aktien ihm schließlich zugeteilt wurden, war der Kurs bereits auf 3,50 Euro gefallen: „Ich wollte sofort verkaufen.“ Doch sein Freund, damals Vorstandsvorsitzender des KI-Unternehmens, habe ihn davon abgebracht. Lehmann: „Wahrscheinlich befürchtete er einen Kursrutsch, falls ich meine Anteile abstoße.“
Hinzu kommt ein weiteres Problem: Lehmann erhielt nicht einmal sämtliche Aktien, für die er bezahlt hatte. „Eigentlich hätte ich 500.000 Anteile bekommen sollen. Geliefert wurden mir lediglich 170.000“, erklärt er.
Sein Rechtsbeistand argumentiert: Lehmann sei über den tatsächlichen Aktienwert getäuscht worden. „Scheitert ein Geschäft, erhält man sein Geld zurück. Eine Rückabwicklung hätte angeboten werden müssen.“
Die Position der Gegenseite
Die beklagte Kanzlei kontert: Es habe eine Vertragsanpassung gegeben, pro Aktie seien zwei Euro statt einem Euro fällig gewesen. Daran könne sich Lehmann allerdings nicht erinnern. „Mein Eindruck war, dass mein Geld irgendwann verschwunden war und ich keine Ahnung hatte, was damit geschah.“
Die Anteile an dem KI-Unternehmen besitzt Lehmann bis zum heutigen Tag – der aktuelle Kurs liegt bei ungefähr einem Euro.







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