Hagen (NRW) – Unbeholfen quält sich Adem G. (48) vom Rücksitz des zivilen Polizeifahrzeugs, während eine Beamtin ihm die Tür öffnet. Seine Hände sind hinter dem Rücken fixiert, er trägt einen weißen Schutzanzug der Spurensicherung. Um 13.49 Uhr geht er langsam die letzten Schritte zum Amtsgericht von Hagen. Der mutmaßliche Würger mit dem Gürtel wird dem Haftrichter vorgeführt.

Zur Ausgangslage: In der Nacht zum Dienstag vernimmt eine Anwohnerin lautes Geschrei und ein dumpfes Geräusch. Immer wieder ruft ein Mann im Nachbarhaus um Hilfe, bis die Rufe abrupt enden. Dann herrschen Stille und Finsternis. Die Frau hat ein ungutes Gefühl und alarmiert um 1.20 Uhr die Polizei. Nur wenige Minuten später entdecken die Einsatzkräfte Lars B. (54) in einer großen Blutlache in seiner Wohnung. Um seinen Hals liegt ein Gürtel. Er ist tot. Eine Blutspur führt die Beamten rasch in das darunterliegende Stockwerk.

Lars B. wurde von Polizeibeamten tot in seiner Wohnung gefunden. Er lag in seinem eigenen Blut
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Festnahme: Polizeibeamte bringen Adem G. in der Nacht zum Verhör aufs Polizeipräsidium
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Wie einer Nachrichtenagentur aus Ermittlerkreisen exklusiv berichtet wurde: Der Eingangsbereich der Wohnung war frisch gewischt, in der Waschmaschine im Badezimmer lief ein Programm. Das Wasser darin war rot gefärbt. Der mutmaßliche Täter Adem G. kam gerade aus der Dusche.

Erst das Gesicht zertrümmert, dann mit dem Gürtel getötet

Den Experten der Spurensicherung bot sich in der Wohnung des Opfers das Bild einer brutalen Gewalttat. Offenbar soll Adem G., der laut Nachbarn als Pfleger tätig war, wiederholt auf Lars B. eingeschlagen haben. Wie in einem Rauschzustand soll er mit einem Gegenstand das Gesicht seines psychisch kranken Opfers regelrecht zerstört haben. Blut spritzte auf den Boden, die Wände und die Kleidung des Täters. Schließlich soll G. seinen völlig blutüberströmten Nachbarn mit einem Gürtel erwürgt haben. Nach Erkenntnissen erstickte Lars B. an seinem eigenen Blut.

Bestatter bringen die Leiche von Lars B. zur Obduktion in die Rechtsmedizin
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Der erfahrene Strafverteidiger Ali Mojab (36) vertritt den Tatverdächtigen. Sein Mandant machte vor dem Haftrichter keine Angaben
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Bereits zuvor wiederholt Spannungen

Doch was hat diesen Gewaltausbruch in Hagen (NRW) ausgelöst? Offenbar gibt es Anzeichen, dass die psychische Erkrankung von Lars B. eine Rolle gespielt haben könnte. War der Deutsche zu laut? Fühlte sich der türkischstämmige Verdächtige durch dessen auffälliges Verhalten provoziert? Nachbarn berichten von wiederholten Auseinandersetzungen zwischen den beiden Männern. Möglicherweise hatte Adem G. die Tat sogar im Vorfeld angekündigt.


Vor dem Haftrichter verweigerte er die Aussage zu den Vorwürfen. G. befindet sich nun wegen des Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. Seine Verteidigung hat der angesehene Rechtsanwalt Ali Mojab (36) übernommen. Er erklärte: „Zum jetzigen Zeitpunkt äußern wir uns nicht zum Sachverhalt. Für mich gilt zunächst die Unschuldsvermutung.“