Bonn (NRW) – Ein grausiger Fund am 17. November des Vorjahres versetzte die Region in Schock: Eine Autofahrerin entdeckte an der A45 nahe Olpe in NRW zwei abgetrennte Frauenhände. Mithilfe der Fingerabdrücke gelang es der Polizei rasch, die Tote zu identifizieren: Weghata A., 32 Jahre alt, stammte aus Eritrea und hinterlässt eine kleine Tochter. Nun hat die Staatsanwaltschaft Bonn Mordanklage gegen ihren Ehemann erhoben: Asmeron G. (42) soll sie erwürgt und ihre Leiche zerstückelt haben.

Weghata A. hielt sich zuletzt mit ihrem Baby in einer Asylunterkunft in Bonn auf und galt seit dem 16. als vermisst. Noch am selben Tag fand ein Mönch die erst drei Monate alte Tochter in einem Kinderwagen am Kloster Kröffelbach im hessischen Waldsolms.

An der Autobahn 45 wurden die abgehackten Hände von Weghata A. gefunden

Frau nach Kirchenbesuch erwürgt

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt: Asmeron G. hat das Kind am Kloster ausgesetzt – nachdem er seine Frau im Anschluss an einen Kirchenbesuch mit dem Baby getötet hatte! Wie der „Bonner Generalanzeiger“ berichtet, soll er in einer späteren Vernehmung gegenüber der Polizei eingeräumt haben, dass seine Frau im Streit geäußert habe, das Mädchen stamme nicht von ihm. An die folgenden Ereignisse könne er sich angeblich nicht erinnern.

Das Baby der getöteten Frau war am Kloster Kröffelbach in Waldsolms entdeckt worden

Der Anklage zufolge erwürgte der wegen Gewaltdelikten vorbestrafte Flüchtling die Frau auf einem Parkplatz in Bonn (NRW). Die Staatsanwaltschaft wertet dies als heimtückischen Mord, da Weghata A. nicht damit rechnen musste, dass ihr Mann ihr in Anwesenheit des Babys derartiges antun würde.

450 Kilometer Irrfahrt

Nach der Tat sei der mutmaßliche Täter, so der Vorwurf, zunächst mit der Leiche und dem Baby zum rund 160 Kilometer entfernten Kloster des Heiligen Antonius gefahren. Anschließend habe er laut Handydaten etwa 120 Kilometer weiter ins rheinland-pfälzische Monreal zurückgelegt. Dort habe Asmeron G. Kopf und Hände vom Körper getrennt und in Plastiktüten verpackt. Der Torso blieb zurück (er wurde Ende November gefunden), während G. die Körperteile laut Anklage weitere 170 Kilometer ins Sauerland transportierte. Der Kopf von Weghata A. wurde erst im April 2026 von Müllsammlern an der A4 entdeckt.

Der Weg des Stückelmörders

Kurz nach dem grausamen Tod seiner Frau floh Asmeron G. nach Äthiopien. Dort wurde er festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert. Seither befindet er sich in Untersuchungshaft. „Mein Mandant schweigt bislang zu den Vorwürfen“, erklärte sein Verteidiger Martin Kretschmer. „Die Anklage stützt sich auf viele Mutmaßungen und Unterstellungen. Insbesondere das Mordmerkmal der Heimtücke ist äußerst konstruiert.“ Einen Termin für den Prozess hat das Landgericht noch nicht festgesetzt.