Berlin – Wolfgang Büscher (66), Sprecher des Berliner Hilfswerks „Die Arche“, schlägt Alarm: Messergewalt unter Kindern, religiöse Radikalisierung, Antisemitismus und Drohungen gegen Sozialarbeiter. Nach 25 Jahren in der Jugendarbeit zieht er eine düstere Bilanz: „Wir steuern auf eine Katastrophe zu, die bald nicht mehr zu bewältigen ist. Migration kann gelingen, aber nur mit klaren Regeln, Sprache und Integration. Das ist nicht mehr gegeben. Wir verlieren langsam die Kontrolle über die Entwicklung.“
In Berlin betreut „Die Arche“ rund 1000 Kinder und Jugendliche. Bundesweit erreicht die christliche Hilfsorganisation in 40 Einrichtungen 11.500 junge Menschen. Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund liegt bei 80 Prozent.
„Viele von ihnen sind nicht mehr demokratisierbar“
Büscher berichtet von immer jüngeren Gewalttätern in seinem Umfeld. „Messer sind für viele Jugendliche längst Alltag. Wir haben bei uns bereits Elfjährige mit Stichwaffen erwischt.“ Zugleich beobachtet er den wachsenden Einfluss streng religiöser Milieus. „Die Jugendlichen kommen von der Arche zurück in ihre Familien und werden dort radikalisiert. Antisemitismus und islamistische Denkweisen sind dort teilweise an der Tagesordnung. Auch den Terror-Anschlag auf den CSD hat hier niemand verurteilt. Viele unterstützen stillschweigend die Propaganda des IS. Was da auf uns zukommt, ist eine Katastrophe. Viele von ihnen sind nicht mehr demokratisierbar.“ Büscher und seine Mitarbeiter stoßen täglich an ihre Grenzen: „Im Grunde bräuchten wir für jeden Geflüchteten einen eigenen Sozialarbeiter. Denn irgendwann werden sie sich gegen uns wenden.“
Im Juni veröffentlichte der Berliner Senat eine Studie zu religiösem Mobbing an Schulen. 14.000 Schüler wurden befragt – mit besorgniserregenden Ergebnissen: 40 Prozent der muslimischen Neuntklässler sind der Ansicht, dass religiöse Regeln Vorrang vor Schulregeln haben sollten.
Besonders erschüttert hat Wolfgang Büscher ein Fall aus dem Umfeld einer Arche-Mitarbeiterin: „Die Freundin ihrer Tochter, eine 18-jährige Syrerin, soll gegen ihren Willen verheiratet werden. Der Ehemann wird gezielt gesucht. Solche Geschichten hören wir immer wieder.“
Arche-Sprecher wird in sozialen Netzwerken bedroht
Auch persönlich zahlt Büscher einen Preis für seine Arbeit. Inzwischen wird er regelmäßig in sozialen Netzwerken bedroht: „Büscher muss weg“, „Wann ist er endlich tot?“. Andere forderten, er solle „geschächtet“ werden. „Wir sind vorsichtig geworden“, so der Sprecher.
Sorge vor der Wahl in Berlin
In vier Wochen wird in Berlin ein neuer Senat gewählt. Büscher betrachtet die politische Entwicklung an beiden Rändern mit Sorge. „Die Linke ist genauso gefährlich wie die AfD“, sagt er. Seine Begründung: „Die AfD spitzt die Probleme zu, die Linke verweigert jede kritische Diskussion über Missstände in migrantischen Milieus.“ In den aktuellen Wahlprognosen liegt Die Linke mit fast 20 Prozent gleichauf mit der CDU und knapp vor der AfD.
Seine düstere Prognose: „Wenn wir den Kindern und Jugendlichen keine Perspektive geben, werden sich immer mehr gegen unser System wenden. Dann können wir die Entwicklung nicht mehr kontrollieren.“



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