Paris (Frankreich) – „Ich will ihren Skalp.“ Dieser Satz, gesprochen wie mit einem Messer der Eifersucht zwischen den Zähnen, soll einst Brigitte Macron gehört haben. Heute könnte er auf eine mögliche Dreiecksbeziehung übertragen werden, die – so vage die öffentlichen Erkenntnisse auch sein mögen – eine harte politische Dimension besitzt.

Im Zentrum stehen der französische Präsident, seine Frau und eine Schauspielerin. Es geht um Liebe, Eifersucht und Macht – ein Drama, das sich hinter den Mauern des Élysée-Palastes abspielt. In eingeweihten Pariser Kreisen war dies schon länger mehr als nur ein Gerücht. Die Ohrfeige im Flugzeug auf dem Rollfeld in Vietnam (sie schlug ihn, wie es schien) war die sichtbare Ohrfeige, die dem Klatsch neue Nahrung gab.

Nun ist ein Buch erschienen, das ganz Frankreich teilhaben lässt: „Un couple (presque) parfait“ („Ein (fast) perfektes Paar“) des Journalisten Florian Tardif analysiert das ungewöhnliche Macht- und Liebesspiel zwischen Brigitte Macron (73) und Emmanuel Macron (48). In diesem Buch ist auch das Skalp-Zitat nachzulesen. Im Mittelpunkt der Enthüllungen steht jedoch die Ohrfeige. Sie sei mit seiner Affäre mit der iranischen Schauspielerin Golshifteh Farahani (42) zu erklären, meint der Autor.

Florian Tardif über seine Enthüllungen gesprochen. „Alles, was ich geschrieben habe, ist zu 100 Prozent sicher“, sagt er.

Die Ohrfeige, die Affäre

Tardif traf sich für seine Recherchen auch mit Brigitte Macron. Was also war der Grund für die Ohrfeige?

„Ihre Erklärung steht punktgenau im Buch: ‚Es war ein Streit. Länger und heftiger als sonst.‘“ Das Wort „Ohrfeige“, das am 25. Mai 2025 unmittelbar mit dem Video millionenfach um die Welt ging, wolle sie aber aus der Welt schaffen. Die Entourage der First Lady veröffentlichte gleich nach Erscheinen des Buches ein Dementi.

Brigitte und Emmanuel Macron verlassen das Flugzeug nach dem Ohrfeigen-Vorfall
Brigitte und Emmanuel Macron verlassen das Flugzeug nach dem Ohrfeigen-Vorfall

„Schauen Sie genauer hin“, sagt Tardif. „In meinem Buch steht: ‚Brigitte betont, dass sie niemals im Handy ihres Mannes nachschaue.‘ Ich habe geschrieben: ‚Als sie dann zufällig eine Nachricht liest, die sie niemals hätte lesen dürfen‘, wie ein enger Vertrauter des Paares erzählt, ‚eine Nachricht einer Frau mit dunklem Blick, der einen förmlich verschlingt, explodiert sie‘ – nicht, dass sie sein Telefon ausspioniert hat.“

War da was zwischen Emmanuel Macron und Golshifteh Farahani? „Er ist in sie verliebt, er hat Gefühle!“, hatte 2025 auch The Pik aus Pariser Machtkreisen erfahren.

„Vier unabhängige Personen aus der politischen Entourage des Präsidenten haben mir die gleiche Erklärung gegeben. Es habe durchaus eine platonische Affäre zwischen dem Präsidenten und der Schauspielerin gegeben“, sagt Florian Tardif. Ihre Aussagen seien sich erstaunlich ähnlich gewesen: Sie sei ‚sehr hübsch‘ oder ‚so wunderschön‘, habe in der Nachricht des Präsidenten an Farahani gestanden, die seine Frau rot sehen ließ.

Ja, das mag also die offizielle Version sein. Aber gab es tatsächlich eine Affäre? Tardif hält sich bedeckt: „Wissen Sie, meine Recherchen hören vor der Schlafzimmertür auf.“

Wer ist Golshifteh Farahani?

In seinem Kapitel über die Schauspielerin lässt Tardif ihren Namen förmlich auf der Zunge zergehen: „Golshifteh Farahani. Schon ihr Name klingt wie ein Tabu. Im Persischen bedeutet gol ‚die Blume‘. Und shifteh: ‚verliebt‘. Die verliebte Blume.“

Die Iranerin war in ihrer Heimat ein Superstar. Nachdem sie bei der New-York-Premiere von Ridley Scotts „Body of Lies“ an der Seite ihrer Filmpartner Leonardo DiCaprio und Russell Crowe mit nackten Armen und ohne Schleier auftrat, war ihr Schicksal besiegelt. Sie musste 2008 aus dem Land der Mullahs flüchten – nach Paris.

Seitdem kämpft sie auf ihren Social-Media-Plattformen (fast 16 Millionen Follower auf Instagram) unermüdlich für Menschenrechte und gegen die Fanatiker in Teheran. Nach Informationen lernte Macron sie darüber bereits 2024 kennen.

„Der Sinn der Existenz ist zu lieben“: Schauspielerin Golshifteh Farahani (42)
„Der Sinn der Existenz ist zu lieben“: Schauspielerin Golshifteh Farahani (42)

Die Tochter von Intellektuellen – ihr Vater ist Regisseur und Autor – hat sich in Frankreich mit anspruchsvollen Autorenfilmen einen Namen gemacht. Dem großen Publikum war sie vor allem wegen ihrer Liebesgeschichte mit Schauspieler Louis Garrel zwischen 2012 und 2014 bekannt. Der heiratete später Topmodel Laetitia Casta.

Franzosen bleiben am Ende bei Mutter

2025 nutzte Farahani Interviews, um über Liebe und Leidenschaft zu sprechen. Schwer, darin keine Anspielungen zu sehen. Heute klingen sie wie ein Dolchstich ins Herz der französischen First Lady.

„Meine Theorie: Französische Männer hängen alle an ihrer Mutter fest. Ihre erste Frau ist die Mutter, die sie nie hatten – und davon lösen sie sich nie. Selbst wenn sie sich unsterblich in jemand anderen verlieben“, sagte Farahani im März 2025 der illustrierten „Paris Match“.

Als Buchautor veröffentlicht Tardif nun auch andere Aussagen, die damals nicht im Artikel standen: „Haben Sie ihn getroffen?“, fragte er demnach mit Blick auf Emmanuel Macron. Golshifteh Farahani lacht. „Darauf antworte ich nicht.“ Dann eine Pause. Und schließlich, offenbar bewusst, um die gewünschte Wirkung zu erzielen: „Der Präsident Frankreichs … ist eben der Präsident Frankreichs.“

Ebenfalls im März 2025 gab sie der französischen „Elle“ ein leidenschaftliches Video-Interview: „Der Sinn meines Lebens? Die Liebe! Für mich ist Lieben etwas zutiefst Körperliches, nichts Intellektuelles. Es sind mein Blut, meine Muskeln, mein Fleisch, die lieben. Mein Verstand versteht das nicht – es ist wie ein großes Fragezeichen. Der Sinn der Existenz ist zu lieben. Liebe ist wie ein Fluss, der fließt und unzählige Bäume und Felder bewässert. Sie ist wie ein Feuer, das man nicht löschen kann.“

Die Angst der First Lady

„Ich habe Angst“, flüstert Brigitte Macron, als wolle sie eine Last abwerfen, die zu schwer geworden ist, um sie allein zu tragen. Schweigen. „Angst, all das getan zu haben, damit er mich am Ende verlässt.“ Die Blicke erstarren. „Sie war vielleicht in einem Zustand …“

Diese Szene beim Mittagessen mit Freunden im vorigen Herbst habe ihm eine dem Präsidentenpaar nahestehende Quelle geschildert, sagt Buchautor Tardif zu The Pik. „Sie liebt ihn bedingungslos, seitdem sie für ihn alles aufgegeben hat“, sagt er. Brigitte Macron habe eine zweite Amtszeit nie gewollt, weil nun mit bald 74 das hohe Alter naht. Doch der Präsident würde jetzt, wo das Ende der Macht absehbar sei, mit dem Wunsch hadern, doch noch Vater zu werden …

Brutal die im Buch beschriebenen Aussagen von Macron-Beratern zur Möglichkeit, dass er 2032 noch einmal ins Rennen um den Élysée-Palast geht: „Es ist schrecklich, das zu sagen“, ergänzt ein Parteikader, „aber rechnen wir nach: 2037 wird sie 84 Jahre alt sein. Das Alter von Joe Biden!“

Der Vergleich ist keineswegs schmeichelhaft gemeint. Die Frau stört. „Das Problem wird sich vielleicht von selbst lösen“, wagt ein ehemaliger Élysée-Berater anonym zu sagen.

Brigitte Macron wie eine Furie?

„Ein (fast) normales Paar“ ist auch an vielen anderen Stellen erbarmungslos mit Brigitte Macron. Schon im ersten Wahlkampf sei ihr Gebrüll über drei Etagen zu hören gewesen: „Es ist doch wohl nicht möglich! Sie sollen endlich aufhören zu behaupten, dass du schwul bist!“ Zu einem anderen Zeitpunkt habe sie im Élysée eine späte Sitzung unterbrochen und vor versammelter Mannschaft zum Präsidenten gesagt: „Wenn du jetzt nicht kommst, kannst du auf dem Sofa schlafen.“

Es war immer allgemein bekannt, dass nur wenige Frauen im französischen Machtzentrum arbeiten. Bewerbungen jüngerer Frauen würde Brigitte Macron persönlich in den Papierkorb schmeißen. „Die kommt mir nicht ins Élysée“ – von solchen Reaktionen steht im Buch.

The Pik konfrontiert den Autor mit dem Vorwurf, Brigitte Macron wirke in seinem Buch überzeichnet eifersüchtig, fast hysterisch.

Seine Antwort: „Das ist eine subjektive Sicht. Ich habe inzwischen Rückmeldungen von Vertrauten beider Seiten bekommen – sie fanden, dass meine Beschreibung der Realität entspricht. Natürlich gibt es Eifersucht – angesichts seiner Position. Alle sagen, dass das Rampenlicht Menschen anzieht. Brigitte wird von einer absoluten Liebe zu ihm getragen.“

Abgeschottet in der Festung

Golshifteh Farahani schweigt bislang zu Tardifs Buch. Zu Liebesdingen äußerte sie sich zuletzt im August 2025 in der französischen „Gala“: „Ich beginne gerade eine neue Beziehung und finde erst heraus, ob ich verliebt bin.“ Nach schwierigeren Liebesgeschichten wünsche sie sich vor allem „einfache, klare und unkomplizierte“ Beziehungen.

Die Macrons sehen sich längst nicht mehr so häufig wie früher, schreibt Tardif. Selbst ihre alte Regel, mindestens einen Abend pro Woche gemeinsam zu verbringen, sei passé. Für das lange Himmelfahrtswochenende aber zog sich das Ehepaar nach Fort de Brégançon bei Bormes-les-Mimosas zurück.

Die Präsidentenresidenz auf einer kleinen Insel an der Côte d’Azur ist eine Festung. Auf einem Felsen über dem Meer. Einst hatte Napoleon dort 23 Kanonen aufstellen lassen. Sie wurden später abgebaut. Doch man kann noch immer jeden Eindringling rechtzeitig bemerken, der sich nähert.