Zürich – Während andere Mädchen Barbies oder Einhörner sammelten, begann Jolina Gisèle (heute 20) vor 13 Jahren mit Pokémon-Karten. Die Schweizer Millionärstochter erhielt ihre erste Karte geschenkt – heute besitzt sie über 60.000 der begehrten japanischen Taschenmonster („Pocket Monsters“). Ihrer eigenen Aussage nach handelt es sich um die größte und wertvollste Sammlung weltweit. Nun wurde sie erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Grund dafür: Die Kollektion soll verkauft werden.

„Die Sammlung hat inzwischen einen Umfang und Wert erreicht, der eine private Lagerung zu Hause unmöglich machte. Wir mussten professionelle Sicherheitsvorkehrungen treffen und umfassende Versicherungen abschließen“, erklärt Jolinas Mutter, die anonym bleiben möchte.

Einige der 60.000 Pokémon-Karten. Sie werden „in einem professionell gesicherten Tresorraum aufbewahrt“, schreibt Jolina auf ihrer Homepage
Einige der 60.000 Pokémon-Karten. Sie werden „in einem professionell gesicherten Tresorraum aufbewahrt“, schreibt Jolina auf ihrer Homepage

Vor dem Verkauf zog die Familie einen Experten hinzu, der weltweit ausschließlich solche Sammlungen bewertet. Laut Jolinas Mutter lautete dessen Urteil, dass ihm derzeit keine vergleichbare Kollektion bekannt sei. Nach langen Beratungen entschied die Familie: Die Karten werden nun, zum 30. Pokémon-Jubiläum, veräußert. „Allerdings als Gesamtpaket“, betont Jolinas Mutter.

Jolina Gisèle, die gerade ihr Abitur macht, mit Model Kevin Lütolf und ihren Karten. Sie sagt: „Ich habe angefangen, sie zu sammeln, weil mich das mit meinem Vater verband“
Jolina Gisèle, die gerade ihr Abitur macht, mit Model Kevin Lütolf und ihren Karten. Sie sagt: „Ich habe angefangen, sie zu sammeln, weil mich das mit meinem Vater verband“

Um die Kollektion stilvoll zu präsentieren, ließ die Familie einen aufwendigen Trailer mit der jungen Sammlerin und einem männlichen Model drehen und erstellte eine eigene Website unter dem Namen „Jolina Gisèle Collection“. In luxuriösen Räumen unter Kristalllüstern werden die wertvollen Karten gezeigt.

Eine Pokémon-Karte für 16,5 Millionen Dollar

Denn unter den 60.000 Exemplaren befinden sich echte Raritäten, die meisten in tadellosem Zustand. Wie die wertvollste, seltene „Pikachu Illustrator“. Eine solche Karte wurde bereits für 16,5 Millionen Dollar (umgerechnet 14 Millionen Euro) versteigert.

Die seltene, sehr wertvolle „Pikachu Illustrator“-Karte ist auch Teil der Sammlung
Die seltene, sehr wertvolle „Pikachu Illustrator“-Karte ist auch Teil der Sammlung

Wie viel die Sammlung genau wert ist, bleibt geheim. Jolinas Mutter verrät lediglich: „Allein der Kartenwert dürfte im hohen zweistelligen Millionenbereich liegen.“ Da es sich jedoch um einen einzigartigen Vermögenswert handele, könnte der tatsächliche Wert langfristig sogar deutlich höher sein.

Ursprung des Pokémon-Hypes ist ein Videospiel von 1996 für den Nintendo Game Boy. Nach dem Erfolg wurde das Franchise schnell erweitert, auch um die Sammelkarten
Ursprung des Pokémon-Hypes ist ein Videospiel von 1996 für den Nintendo Game Boy. Nach dem Erfolg wurde das Franchise schnell erweitert, auch um die Sammelkarten

Natürlich trennt sich ihre Tochter, die diese Kollektion unter anderem dank guter Beziehungen ihres Vaters nach Japan aufbauen konnte, nicht vollständig von ihren Pokémon-Karten. „Jolina wird die ersten Karten behalten, die sie als kleines Mädchen selbst geöffnet und gesammelt hat. Diese befinden sich bis heute in mehreren Alben“, so ihre Mutter.

Das ist ihre Lieblingskarte

Jolinas Lieblingskarte? Eine Minccino PSA 10 Pop 1. Das bedeutet: Von dieser speziellen Minccino-Karte existiert derzeit nur ein Exemplar mit der Bestbewertung 10 (praktisch makellos) des Bewertungsunternehmens PSA. „Für viele mag das überraschend sein, da es nicht die teuerste Karte der Sammlung ist. Doch genau das zeigt, worum es beim Sammeln oft geht: um Emotionen, Erinnerungen und persönliche Bedeutung.“