Bremen – Mit zwei Schlägen streckte er sein Opfer nieder, das daraufhin stürzte und verstarb. Der Angreifer flüchtete umgehend mit seinem Fahrzeug. Rund zwei Wochen lang suchte die Polizei intensiv nach dem Mann. Nun meldet die Mordkommission einen Ermittlungserfolg: Der mutmaßliche Täter, der am Kirchweg einen Mann tödlich verletzt haben soll, konnte identifiziert werden.

Bei dem Beschuldigten handelt es sich polizeilichen Angaben zufolge um einen 33-jährigen Deutschen aus Bremen. Entscheidend für die Ermittlungen war der Fluchtwagen: Durch umfangreiche Nachforschungen gelang es den Beamten zunächst, das bei der Tat verwendete Fahrzeug ausfindig zu machen. Weitere Ermittlungsschritte führten schließlich zu dem Mann, der das Auto gefahren haben soll. Eine Untersuchungshaft wurde jedoch nicht angeordnet. Polizeisprecher Nils Matthiesen erklärte: „Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen und in Absprache mit der Staatsanwaltschaft wurde der Mann wieder auf freien Fuß gesetzt.“ Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

Opfer verstarb noch am Unfallort

Die tödliche Konfrontation ereignete sich am 8. August 2026 im Kirchweg. Zunächst kam es zwischen einem Fußgänger und dem Fahrer eines Autos zu einem Wortwechsel. Anschließend stieg der Pkw-Lenker aus und näherte sich dem 56-jährigen Mann.

Am Tattag bauten Polizisten einen Sichtschutzzaun auf und suchten die Umgebung akribisch ab
Quelle: Privat

Der Anwohner Laif (21), der die Attacke aus nächster Nähe beobachtete, sagte später: „Der wusste genau, was er machen möchte.“ Der Zeuge gab an, dass der Angreifer zweimal zuschlug und sein Opfer am Kinn traf. „Ich habe direkt gemerkt: Beim ersten Schlag war die Körperspannung weg.“ Das 56-jährige Opfer fiel zu Boden und prallte mit dem Hinterkopf auf. „Er lag direkt regungslos da“, erinnert sich der Augenzeuge.

Flucht mit dem Auto

Während sich Ersthelfer um den Schwerverletzten kümmerten, sprang der Täter zurück in sein Fahrzeug und ergriff die Flucht. Rettungskräfte und eine Polizistin bemühten sich vergeblich um eine Reanimation des Fußgängers. Er erlag noch am Tatort seinen schweren Kopfverletzungen. Eine Anwohnerin, die kurz nach dem Vorfall aus ihrem Haus trat, beschrieb die dramatische Lage: „Es war überall Blut.“

Die Mordkommission übernahm die Ermittlungen und fahndete seither nach dem flüchtigen Autofahrer. Oberstaatsanwalt Frank Passade berichtet: „Der Mann hatte sich zusammen mit seinem Verteidiger gestellt. Allerdings wurde bereits zuvor seine Identität ermittelt.“

Die Hintergründe der Eskalation sowie die Frage, ob sich Opfer und Tatverdächtiger kannten, sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. „Der Verdächtige hat bislang nur gesagt, dass er der Fahrer war“, so Passade. Die Ermittlungen wegen Körperverletzung mit Todesfolge laufen weiter. Bei einer Verurteilung drohen dem Angeklagten mindestens drei Jahre Haft.