Leipzig – Mit einer simplen, aber wirkungsvollen Methode gelangten Syrer illegal nach Deutschland: Bereits hier lebende Landsleute schickten ihre legalen Ausweisdokumente in die Heimat, wo sie von anderen Personen zur Einreise genutzt wurden. Nach der Aufdeckung dieses Betrugs führte die Bundespolizei nun eine Großrazzia in Leipzig durch.

Am frühen Dienstagmorgen kam es in der Leipziger Eisenbahnstraße zu einem massiven Polizeieinsatz. Ein Großaufgebot durchsuchte mehrere Objekte. „Wir setzten in Leipzig und dem Umland insgesamt 1000 Beamte ein“, erläuterte Bundespolizeisprecher Maik Fischer.

Die Bundespolizei war mit 1000 Beamten im Einsatz
Die Bundespolizei war mit 1000 Beamten im Einsatz

50 Personen in Leipzig und Umgebung im Visier

Die Maßnahmen richteten sich gegen insgesamt 50 Verdächtige. Der Großteil von ihnen sind vor Jahren legal aus Syrien Eingewanderte, die ihre Papiere für Schleusungen zurück in ihre Heimat schickten. „Wir haben aber auch Personen festgenommen, die auf diesem Weg illegal eingereist sind, sowie mutmaßliche Hintermänner“, so Fischer weiter.

Im Leipziger Osten wurden mehrere Objekte durchsucht
Im Leipziger Osten wurden mehrere Objekte durchsucht

Die Razzia wird voraussichtlich bis in den Nachmittag andauern, da viele der Festgenommenen noch erkennungsdienstlich behandelt werden müssen. Hierfür nutzt die Bundespolizei ihre Wache am Leipziger Hauptbahnhof.

Flughäfen im Nahen Osten als Entdeckungsort

Der Betrug mit den Pässen wurde zuletzt an Flughäfen im Nahen Osten aufgedeckt. Dort tätige Bundespolizisten, die unter anderem Fluggesellschaften beraten, bemerkten Unstimmigkeiten zwischen den Ausweisen und den Reisenden. Wie viele Personen auf diese Weise illegal eingereist sind, ist derzeit nicht bekannt.

Die Verdächtigen wurden erkennungsdienstlich behandelt
Die Verdächtigen wurden erkennungsdienstlich behandelt

Unklar ist auch, wie lange diese Form der illegalen Einwanderung mit aus Deutschland stammenden Papieren bereits praktiziert wird. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass es in Kürze bundesweit zu weiteren Razzien wegen ähnlicher Delikte kommen wird.