Tacoma (USA) – Bereits vor sechs Tagen wurden die Behörden auf ein verlassenes Boot aufmerksam, das seit geraumer Zeit vor Owen Beach dümpelte. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass dort ein Verbrechen geschehen war, entschlossen sich die Einsatzkräfte, das rund zwölf Meter lange Segelboot näher zu inspizieren. Was sie dabei entdeckten, übertraf alle Erwartungen: Auf dem Schiff hausten 60 Katzen!

Fast eine Woche benötigte die Polizei, um sämtliche Tiere aufzuspüren. Doch selbst jetzt sind sich die Ermittler des Tacoma Police Department nicht sicher, ob wirklich alle Katzen gefunden wurden. Wie jeder Katzenhalter wisse, „verstehen sich Katzen meisterhaft darin, sich zu verstecken“, erklärte die Behörde auf ihren Social-Media-Kanälen.

Strafrechtlich relevanter Vorfall

Trotz der niedlichen Aufnahmen macht die Polizei unmissverständlich klar: Hier liegt eine Straftat vor. Wie „CBS News“ berichtet, ist in Tacoma die Haltung von maximal sechs Tieren pro Haushalt erlaubt. Nach Angaben der Ermittler deutet vieles auf einen Fall von Animal-Hoarding hin – ein Krankheitsbild, bei dem Betroffene eine große Anzahl von Tieren halten, ohne diese angemessen versorgen zu können. Die Zustände an Bord waren prekär: Das Schiff befand sich in einem desolaten Zustand, die Lage war instabil. Viele der Katzen wirkten verängstigt und zeigten Anzeichen von Unterernährung, so die Polizei.

Die Katzen wurden zur Tacoma-Pierce County Humane Society gebracht
Quelle: Aus dem Internet

Der Einsatz verlangte den Beteiligten „Geduld, Einfühlungsvermögen und ein hohes Maß an Koordination“ ab, wie die Behörde mitteilte. Nun werden Anwohner dazu aufgerufen, das Boot weiterhin zu beobachten. Sollten dort noch Katzen gesichtet werden, wird gebeten, die Polizei zu verständigen – das Betreten des Schiffs ist jedoch strikt untersagt.

Eine Katze schaut durch ein Bullauge
Quelle: Aus dem Internet

Bei dem Boot handle es sich um einen Tatort, betonen die Ermittler. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren; der Eigentümer des Schiffs ist mittlerweile identifiziert, konnte jedoch bislang nicht kontaktiert werden. Da es sich um Privateigentum handelte, musste die Tierschutzbehörde zunächst einen Durchsuchungsbefehl erwirken. Erst danach konnten die Tierschützer gemeinsam mit der Polizei das Boot betreten.