Santa Marta (Kolumbien) – Torsten Höllerich (49) wagt einen Neuanfang in seiner alten Heimat. Der Sohn der Schlager-Ikone Roy Black (†48, bürgerlich: Gerhard Höllerich) lebte über zwei Jahrzehnte in Kolumbien. Seine Ehe mit der Kolumbianerin Maria Fernanda zerbrach, und auch beruflich lief es in Südamerika nur schleppend. Nun plant er, sich in Emden (Niedersachsen) ein neues Leben aufzubauen. Höllerich erklärt: „Mit 50 fange ich noch einmal komplett von null an.“
Torsten Höllerich kam 1976 in München zur Welt. Nach der Trennung seiner Eltern 1985 wuchs er bei seiner Mutter Silke Höllerich (†56) auf, die 2002 in Marbella verstarb. „Sie nahm sich mit einer Überdosis Tabletten und Alkohol das Leben. Ich glaube, sie war einsam. Mein Vater war die große Liebe ihres Lebens. Danach fand sie nie wieder einen Partner“, berichtete Torsten Höllerich kürzlich. In jener Zeit zog er nach Ibiza und investierte einen Großteil seines väterlichen Erbes (400.000 D-Mark) in ein Restaurant seines Onkels Wieland Höllerich. 2005 verkaufte Torsten seine Anteile und wanderte nach Kolumbien aus.

Seit das Erbe aufgebraucht ist, schlägt sich Höllerich mit Übersetzungen und Gelegenheitsjobs durch. Er heiratete Maria Fernanda, die beiden bekamen Sohn Dominique (heute 6). Nach der ersten Trennung von deren Mutter verlor er das Sorgerecht für sein Kind. Der an Diabetes erkrankte Höllerich erlitt daraufhin einen Nervenzusammenbruch, der einen lebensbedrohlichen hypoglykämischen Schock auslöste. Er wurde gerettet, das Paar fand vorübergehend wieder zusammen, doch nun folgte die endgültige Trennung. Die Scheidung läuft.
Höllerich trauert noch immer um Papa Roy Black
„Deutschland ist meine Heimat, und deshalb möchte ich noch in diesem Jahr zurückkehren“, sagt Höllerich. Er habe Deutschland all die Jahre im Ausland im Herzen getragen und vermisst. Auch wegen des Grabes seines Vaters, der im Oktober 1991 tot in seiner Fischerhütte in Oberbayern aufgefunden worden war. Die offizielle Todesursache: Herzversagen. Eine Obduktion ergab, dass Roy Black 3 Promille Alkohol im Blut hatte.

„Ich habe meinen Vater sehr geliebt und seinen Tod noch nicht verwunden“, sagt der Sohn des unvergessenen Roy Black („Ganz in Weiß“). „Wir hatten eine sehr freundschaftliche Verbindung. Schon vor der Scheidung meiner Eltern war er wegen seiner vielen Tourneen oft unterwegs und reiste von Auftritt zu Auftritt. Deshalb sahen wir uns meistens in meinen Schulferien. Für diese Zeit nahm er sich bewusst frei, und wir unternahmen viele gemeinsame Aktivitäten. Das waren für mich unvergessliche Augenblicke.“ Viele schöne Erinnerungen habe er an die Abenteuer mit seinem Vater beim Angeln nahe der Fischerhütte, Blacks Rückzugsort nach den Tourneen.

Auch zu seiner Mutter Silke habe er ein sehr gutes Verhältnis gehabt. Torsten Höllerich: „Sie war eher der erziehende Teil, aber nie besonders streng. Sie ließ mir vieles durchgehen und schenkte mir eine behütete Kindheit. Insgesamt hatte ich eine sehr glückliche Kindheit. Trotz der Scheidung pflegten meine Eltern weiterhin ein gutes und respektvolles Verhältnis. Das hat mich sehr beeindruckt.“

Deshalb wird Höllerichs Neustart in Deutschland schwer
Nun also die Rückkehr in die alte Heimat. Ein gewaltiger Schritt, denn in Deutschland hat Torsten Höllerich nur wenige Menschen, die ihm bei seinem Neubeginn zur Seite stehen können. Zu seinem Onkel Walter Höllerich (77), der eine kleine Fischzucht in Oberbayern betreibt, hat Torsten kaum Kontakt. Walter Höllerich: „Ich habe Torsten seit mehr als 35 Jahren nicht gesehen, kenne ihn nur aus der Zeitung oder von seinem Handyfoto, wenn wir mal telefonieren.“

Auf die Rückkehrpläne seines Neffen angesprochen, sagt der Onkel: „Das kommt für mich überraschend, ich muss jetzt erstmal sehen, wie ich damit umgehe.“ Seine jüngere Halbschwester Nathalie (34, aus Roy Blacks Beziehung mit Carmen Böhning) hat Torsten Höllerich nur ein einziges Mal gesehen: „Da war sie noch ein Baby, auf der Beerdigung meines Vaters 1991. Sie ist in der Familie ihrer Mutter aufgewachsen und scheint kein Interesse an Kontakt zur Familie Höllerich zu haben.“

Mit Bayern verbindet Torsten Höllerich noch immer viel, dort liegt auch sein Vater begraben. Warum plant er seinen Neustart in der Heimat ausgerechnet im Norden, in Niedersachsen? „Wenn ich in Deutschland ankomme, holt mich mein bester Freund in Frankfurt ab. Zunächst werde ich bei ihm in der Nähe von Emden wohnen können. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt er. Dort möchte er sich Schritt für Schritt eine neue Zukunft aufbauen: „Ich weiß, dass das nicht einfach wird, aber ich freue mich auf diesen Neuanfang.“





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