Seoul (Südkorea) – Nun hat der Verband reagiert! Dem südkoreanischen Fußballverband KFA wird vorgeworfen, ausländischen Referees vor mindestens sieben Länderspielen Aufenthalte in zwielichtigen Massagesalons mit sexuellen Dienstleistungen finanziert zu haben. Der Verband räumt die Anschuldigungen jetzt ein und entschuldigt sich öffentlich.

In einer schriftlichen Erklärung heißt es: „Wir bedauern zutiefst, dass wir Ihnen durch die verschiedenen Angelegenheiten rund um den Verband Anlass zur Sorge gegeben haben.“ Der Verband betonte, dass „derartige unangemessene Handlungen oder Kreditkartennutzungen derzeit absolut nicht vorkommen“, und gestand ein, sich „in einer desolaten Lage“ zu befinden. Zugleich kündigte der KFA an, „die umfassende Kritik und die Vorwürfe von außen ernst zu nehmen und dies als Chance für eine grundlegende Erneuerung zu nutzen“.

Schwere Anschuldigungen gegen den KFA

Die Bestechungsvorwürfe beziehen sich konkret auf den Zeitraum von 2011 bis 2012. Sie stützen sich unter anderem auf Kreditkartenabrechnungen und Dokumente einer staatlichen Prüfung.

Besonders brisant: Auch vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Kuwait im Februar 2012 sollen zwei japanische Schiedsrichterassistenten einen solchen Besuch erhalten haben. Südkorea gewann das Spiel anschließend mit 2:0. Ein Beleg dafür, dass die Unparteiischen zugunsten Südkoreas entschieden hätten, existiert allerdings nicht.

Der Verband verweist in dem Entschuldigungsschreiben darauf, dass die Vorfälle inzwischen mehr als ein Jahrzehnt zurückliegen. Viele der heutigen Verantwortlichen beim KFA hätten von den damaligen Geschehnissen keine Kenntnis gehabt.

Razzia und Wirbel um den Nationaltrainer

Doch damit nicht genug: Am Donnerstag rückte die Polizei beim angeschlagenen Verband an und durchsuchte die KFA-Geschäftsstelle. Der Vorwurf: Der Verband soll bei der Ernennung von Ex-Nationaltrainer Hong Myung-bo (57) die eigenen Regeln missachtet haben. Im Raum steht der Verdacht, dass Hong ohne ein ordnungsgemäßes Bewerbungsverfahren zum Nationalcoach bestimmt wurde.

Sportlich hat das nicht geholfen. Südkorea musste bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada bereits nach der Gruppenphase die Heimreise antreten. Hong trat im Anschluss als Nationaltrainer zurück.