Berlin – Besorgniserregende Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung: Fachkräfte und Angestellte, die über Jahre hinweg eingezahlt haben, verlieren zunehmend ihren Job. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) lässt keinen Zweifel: Innerhalb von zwölf Monaten kletterte die Arbeitslosigkeit in der Versicherung um satte 7,2 Prozent. Die finanziellen Folgen sind dramatisch – die Kasse ist faktisch erschöpft!

Der Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer (57) vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat die Rechnung aufgemacht: Zwischen Januar und Juli flossen 17,7 Milliarden Euro in das Arbeitslosengeld – das sind 2,5 Milliarden mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das gesamte Jahr prognostiziert Schäfer ein Defizit von acht Milliarden Euro oder mehr. Bislang überbrückt der Bund das Loch mit Darlehen.

Andreas Peichl (47) vom ifo Institut schlägt Alarm: Die Rücklagen der BA seien bereits im Jahr 2025 aufgebraucht worden. Mit Blick auf die Beitragsstabilität urteilt er: „Hier zeichnet sich ein großes Risiko ab.“ Seit 2023 liegt der Beitragssatz bei 2,6 Prozent – Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich die Last je zur Hälfte. Peichl plädiert nicht für eine Anhebung, zeigt jedoch auf, was ein Ausgleich über den Beitragssatz bedeuten würde: „Ein vollständiger Defizitausgleich würde eine Erhöhung um etwa 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte erfordern.“

So teuer würde es für Sie ( Ki Generiert )

IW-Experte Schäfer äußert deutliche Bedenken: „Eine Beitragssatzerhöhung wäre zum gegenwärtigen Zeitpunkt krisenverschärfend.“ Stattdessen schlägt er „eine Anpassung des Leistungsniveaus“ vor. Konkret bedeutet das: die Leistungen der Versicherung einschränken – etwa durch eine einheitliche Bezugsdauer beim Arbeitslosengeld anstelle der bisherigen Altersstaffelung.

Derzeit erhalten ältere Arbeitnehmer länger Unterstützung – ab 58 Jahren gibt es bis zu 24 Monate statt zwölf. Diese Regelung verschlang 2024 rund zwei Milliarden Euro. Würde man die Bezugsdauer vereinheitlichen, ließe sich der Beitragssatz rechnerisch um 0,16 Prozentpunkte drücken.